KILCHBERG. Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli reagiert auf überraschend heftige Absatzverluste nach den jüngsten Preiserhöhungen mit einem Maßnahmenpaket. Der Konzern sei von der Reaktion der Konsumenten in einzelnen Märkten überrascht worden, räumte Vorstandschef Adalbert Lechner am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten ein. Besonders in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien hätten die Kunden zurückhaltender eingekauft als erwartet. Preiserhöhungen hätten in den vergangenen Jahren meist keine nennenswerten Absatzverluste ausgelöst, umso überraschender sei diesmal die vorsichtigere Reaktion gewesen.
Als Reaktion kündigte Lindt gezielte Preiskorrekturen in den betroffenen Märkten an, beschränkt auf Produkte, bei denen die Nachfrage besonders stark auf die höheren Preise reagiert habe.
Kleinere Packungen sollen Kaufpreis senken
Zudem will Lindt seine sogenannte Price-Pack-Architektur ausbauen und künftig verstärkt kleinere Packungsgrößen anbieten, um den Kaufpreis zu senken, ohne den Kilopreis zu verändern. So sollen Lindor-Produkte zusätzlich in 100- oder 137-Gramm-Packungen sowie in einer 337-Gramm-Version erhältlich sein. Daneben setzt das Unternehmen auf engere Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel und mehr Marketing. Ziel sei es, die Absatzmengen in der zweiten Jahreshälfte zu stabilisieren und 2027 wieder auf einen Wachstumspfad zurückzukehren.
Der Konzern hatte die Preise im ersten Halbjahr gruppenweit um 11,8 Prozent erhöht, um gestiegene Kakaokosten auszugleichen, während die Absatzmenge um 7,5 Prozent einbrach. Der Umsatz stieg organisch dennoch um 4,3 Prozent auf 2,33 Milliarden Franken. Das Betriebsergebnis verbesserte sich leicht auf 260,2 Millionen Franken und lag über den Erwartungen der Analysten, die Ebit-Marge stieg auf 11,2 von 11,0 Prozent. (red)