VRM ortet Schieflage bei Medienförderung
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Friedrich Dungl, geschäftsführender Präsident des Verband der Regionalmedien Österreichs.
MARKETING & MEDIA Redaktion 22.07.2026

VRM ortet Schieflage bei Medienförderung

Nur 5 von 115 Millionen Euro gehen künftig an Regionalzeitungen.

WIEN. Der Verband der Regionalmedien Österreichs (VRM) kritisiert die geplante Medienförderung neu. Der Ausschluss kostenloser Zeitungen von der Zustellförderung sei nicht nachvollziehbar, da diese Titel Millionen Menschen einen niederschwelligen Zugang zu regionalen Nachrichten ermöglichten. Rund 60 Prozent der Menschen würden freiwillig zu Gratiszeitungen greifen. Die teure Zustellung in ländlichen Regionen weiter zu fördern, sei eine demokratiepolitische Notwendigkeit.

Da Gratiszeitungen bereits von der klassischen Presse- und Vertriebsförderung ausgeschlossen seien, verschärfe die neue Zustellförderung laut VRM die bestehende Wettbewerbsverzerrung, zumal kostenlose und bezahlte Zeitungen auf demselben Werbe- und Lesermarkt stünden.

Nur 5 von 115 Millionen Euro
Für Regionalzeitungen werde es dadurch schwieriger, jene Themen abzudecken, die den Menschen laut Media-Analyse am wichtigsten seien: Ereignisse aus der unmittelbaren Umgebung wie Lokalpolitik, Chronik, Kulturveranstaltungen, hyperlokaler Sport und Freiwilligenorganisationen, die in überregionalen Medien kaum vorkämen.

Von den künftig 115 Millionen Euro, aufgeteilt auf mehrere Fördertöpfe, entfielen auf VRM-Mitglieder weiterhin nur rund 5 Millionen Euro, während andere Mediengattungen deutlich aufgestockt würden. Der VRM vertritt über 200 Zeitungstitel mit einer Gesamtauflage von rund 7,8 Millionen Exemplaren pro Erscheinungstermin.

Positiv bewertet der Verband in einer Aussendung die Neuauflage des Fonds der digitalen Transformation sowie die Förderung von Medienkompetenz und Medienangeboten für junge Menschen. Das Aufkommen der Digitalsteuer habe 2025 bereits über 140 Millionen Euro betragen und wachse weiter rasch. Der VRM fordert eine Zweckbindung dieser Einnahmen für den Medienmarkt, unter Einbeziehung der kostenlosen Regionalmedien. (red)

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