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Der Essig und die Kunst: Gegenbauers neuer Stand am Naschmarkt © Gegenbauer
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Redaktion 02.12.2019

Der Essig und die Kunst: Gegenbauers neuer Stand am Naschmarkt

Kultur und Kulinarik gehören zusammen wie Essig und Erwin Gegenbauer. Aus Gegenbauers langjähriger Freundschaft und Zusammenarbeit mit Künstler Paul Renner ist nun das Projekt Gegenbauer Am Naschmarkt entstanden, ein neuer Stand, dessen vier Wände künftig

WIEN. „Hier am Naschmarkt gibt es viel Kulinarisches zu entdecken, klar. Aber ich möchte auch, dass Kunstprojekte greifbarer werden, denn Kunst ist für mich genauso Kreativität und Genuss wie Essen und Trinken“, erklärt Essigpapst Gegenbauer. „Jeder soll beim Schaffensprozess zuschauen können, ich möchte nicht wie im Museum nur das fertige Objekt zeigen. Die Entstehung ist für mich viel spannender.“ Im Laufe der rund 15 Jahre andauernden Zusammenarbeit mit Maler und Bildhauer Paul Renner nahm die Idee, eine eigene Initiative für Kunst zu starten, immer konkretere Form an. Als vor zwei Monaten die Fläche gegenüber des in diesem Jahr neu gestalteten Gegenbauer-Standes am Naschmarkt frei wurde, zögerten die beiden nicht lange und schlugen zu.

Eine Essigbar macht den Anfang
Bevor die Fläche ab Februar 2020 allen interessierten Künstlern zugänglich gemacht wird, setzt Paul Renner mit einer Installation das Jungfernprojekt um. An seiner selbst gebauten Essigbar werden Cocktails mit Essigen und Ölen aus dem Hause Gegenbauer ausgeschenkt. Die Bar mit ihren an der Decke befestigten Glasballons, von denen Schläuche mit verschiedenen Cocktailzutaten zur Arbeitsfläche führen, setzt einen spannenden optischen Fokuspunkt auf dem Naschmarkt. „Ich will mit konkreten Dingen arbeiten, die benutzbar sind, wie die Glasballons“, erklärt Renner. „Ursprünglich lagert der Essig zur Reifung in ihnen. Bei mir erfüllen sie eine neue Aufgabe und sind ein zentrales Designelement. Meine Bar soll einen Schmelztiegel aus Lebensmitteln, Speisen, Kultur, Geschichte, Angebertum und Alkohol darstellen, sozusagen einen Naschmarkt-Mikrokosmos.“ Gegenbauer ergänzt: „Ich betrachte Pauls Idee als nachhaltigen Kreislauf, in dem Produkte, die wir nicht mehr nutzen oder brauchen, nochmal neu eingesetzt werden.“

Künstlerische Vielfalt am Naschmarkt
Anschließend wird das Projekt mit wechselnden Künstlern fortgeführt. So haben beispielsweise junge Bildhauer oder Maler die Möglichkeit, mitten auf dem Naschmarkt ihre Arbeiten entstehen zu lassen und Interessenten Fragen zu beantworten. Die Zeiträume, in denen der Stand zur Verfügung steht, werden individuell festgelegt. So wird sichergestellt, dass jeder die Möglichkeit hat, die eigenen Projekte umzusetzen. Neben bildenden Künsten sind auch Veranstaltungen, Vorträge und Filmvorführungen geplant. Letztere werden voraussichtlich abends stattfinden, so dass Passanten die laufenden Filme durch die Glasfront betrachten können.

Zurück zu den Wurzeln
Ebenfalls angedacht sind Projekte mit Personen, die schon langjährig mit dem Naschmarkt verbunden sind und dessen Erscheinungsbild maßgeblich prägen. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir andere Standbetreiber in unsere Arbeit einbeziehen“, sagt Gegenbauer. „Es ist mir sehr wichtig, den Naschmarkt als kulinarische und kulturelle Institution in Wien zu zeigen, sozusagen einen Gegenpol zum ‚Disneyland‘ zu schaffen, das der Massentourismus in den letzten Jahren aus diesem wunderschönen Fleckchen Erde gemacht hat.“

Gegenbauer Am Naschmarkt hat die Standnummer 56 und ist montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gegenbauer.at, interessierte Künstler können sich direkt an Paul Renner wenden. (red)

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