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Global Recycling Day: Bei Vöslauer dreht sich alles um Kreislaufwirtschaft © Vöslauer

Geschäftsführerduo Herbert Schlossnikl und Birgit Aichinger.

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Geschäftsführerduo Herbert Schlossnikl und Birgit Aichinger.

Redaktion 22.03.2022

Global Recycling Day: Bei Vöslauer dreht sich alles um Kreislaufwirtschaft

Ressourcenschonung und Recyclingmaterialien stehen hoch im Kurs.

BAD VÖSLAU. Reduce – Reuse – Recycle steht sinngemäß schon seit Anfang der 2000er-Jahre auf der Agenda des niederösterreichischen Familienunternehmens Vöslauer, „auch, wenn das damals niemand so tituliert hat“, stellen die beiden Geschäftsführer Birgit Aichinger und Herbert Schlossnikl anlässlich des Global Recycling Days 2022 fest. „Dieser Tag ist außerdem eine gute Gelegenheit, unser aller Ziel im Auge zu behalten, nämlich substanziell CO2 zu reduzieren und alles dafür zu tun, einen wesentlichen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft zu leisten. Der Einsatz von Recyclingmaterialien und die Forcierung von Kreislaufwirtschaft sind dafür ganz wesentliche Stellschrauben.“

Die ressourcenschonende Produktion steht bei der Nummer 1 am österreichischen Mineralwassermarkt an oberster Stelle, denn: „Wir sehen es als unsere Verantwortung und Verpflichtung, an jedem noch so kleinen Rädchen zu drehen, mit dem wir Verbesserungen erzielen können und damit jedes Produkt nachhaltiger als seinen Vorgänger zu machen“, erklärt Aichinger. Grundsätzlich sei es eine Frage der Haltung, sich an dieser großen Aufgabe, Klimaschutz zu fördern, zu beteiligen. Schlossnikl ergänzt: „Vieles haben wir auch schon erreicht, es gibt einige Bereiche, wo wir bereits ausnahmslos Recyclingmaterialien einsetzen, wie unsere 100 Prozent rePET-Einwegflaschen. In anderen Segmenten, wie etwa bei den Verpackungsfolien, arbeiten wir noch daran, den Recyclinganteil zu erhöhen. Die Trayfolien unserer 1,5 Liter-Flaschen und von Vöslauer Baby bestehen aktuell aus 50 Prozent Recyclinganteil. Auch bei unserem Promotionsmaterial kommen zum Großteil recycelte Stoffe zum Einsatz, und bei den Promotions selbst achten wir auf Bewusstseinsbildung, wie beispielsweise durch die Verlosung von 'Reanimated Bikes' (recycelte Fahrräder).“

Konkret verwendet Vöslauer in drei Bereichen schon heute ausschließlich Recyclingmaterialien: Sämtliche Einweg-PET-Gebinde für alle Märkte bestehen aus 100% rePET, also recyceltem PET; die Transportkisten für die 0,5 l-Glasflaschen werden zu 100% aus Recyclingmaterial aus der Gelben Tonne bzw. dem Gelben Sack gefertigt; alle Flaschen des Glas-Mehrweg-Sortiments in Handel und Gastro tragen Etiketten aus 100% recycelten Fasern (Prä-Verbraucherabfälle, Produktionsabfälle aus der Papierherstellung) und sind mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet.

Nachhaltigkeitsziele 2030 zeigen, wohin es gehen soll
Vöslauer hat sich bewusst ehrgeizige Ziele bis 2030 gesetzt und den sogenannten Science Based Targets verpflichtet, die sich am Pariser Klimaschutzabkommen orientieren. Konkret sollen bis 2030 weitere 28% CO2 eingespart werden (gegenüber 2019). „Das ist unser Beitrag, der ist ambitioniert, aber daran führt für uns kein Weg vorbei. Daher konzentrieren wir uns zu aller erst auf die großen Hebel.
So wollen wir beispielsweise beim Materialeinsatz weiter reduzieren, unseren Mehrweg-Anteil kontinuierlich ausbauen und auf den Einsatz von 100 Prozent Recyclingmaterialien oder von Materialien, die aus Bio-Ursprung stammen, fokussieren“, so Birgit Aichinger. Auf das bisher Erreichte sei man zwar stolz, wolle sich aber nicht darauf ausruhen. Vor allem das Thema „Reuse“ sei ein besonders wichtiges, das man noch stärker als bisher forcieren werde.


Ressourcen heute wertvoller denn je – Mehrweg als Chance

„Alles, was man wiederverwenden kann ist gut, und aktuell wird uns in mehrfacher Hinsicht sehr deutlich gezeigt, wie wertvoll Rohstoffe sind. Damit haben wir den Zeitpunkt, eine neue PET-Mehrweg-Anlage anzuschaffen und so die aktuell erste PET-Mehrwegflasche auf den Markt zu bringen, genau richtig gewählt“, so die Geschäftsführerin weiter. Die neuen Mehrwegflaschen schaffen mindestens zwölf Umläufe und die Kisten sogar 50. Damit steht dem Ausbau der Vöslauer Mehrweggebinde nichts mehr im Wege. Derzeit beträgt der Mehrweganteil des Unternehmens im österreichischen Handel rund 23%, womit Vöslauer Marktführer im Pfandsegment ist.

Noch mehr Gebinde mit Bleibt-Dran-Verschluss
Schon im Herbst 2020 hat Vöslauer als erstes Unternehmen im deutschsprachigen Raum seine Tethered Cap-Lösung, den Bleibt-Dran Verschluss, vorgestellt. Dieser ist mit einem Bändchen an der Flasche befestigt, um so achtloses Wegwerfen zu verhindern. „Und wenn der Verschluss mitsamt der leeren Flasche richtig entsorgt wird, kann auch dieser recycelt werden“, sagt Herbert Schlossnikl. Der nachhaltige Verschluss kommt seither auf den kompakten
1 l-rePET Flaschen zum Einsatz, weitere Gebinde folgen demnächst. So werden derzeit die ersten Bleibt-Dran Verschlüsse für alle Vöslauer Samplinggebinde (0,33 l, 0,2 l) produziert. Ab 2024 müssen laut EU-Direktive alle Gebinde bis 3 l einen solchen Verschluss tragen.

Artists for Tomorrow-Sonderedition Nr. 2
„Recycling ist ein sehr wirkungsvoller Beitrag zum Umweltschutz, und dass das auch chic und inspirierend sein kann, darauf wollen wir mit der bereits zweiten Ausgabe der Artists for Tomorrow Sonderedition aufmerksam machen“, sagt Birgit Aichinger. Mit dem Streetart-Kollektiv „Rip Off Crew“ aus Wien hat Vöslauer deshalb im Februar drei junge Künstlerinnen an Bord geholt, um für die Etiketten der Vöslauer 1 l-rePET-Flaschen sechs gesellschaftskritische Artworks zu entwerfen. Die Motive fordern zur Rettung und zum Schutz des Planeten auf, richten sich aber auch an die Industrie, von der mehr Transparenz eingefordert wird. Ab Anfang April wird die Sonderedition dann auch in Deutschland erhältlich sein.

Design to recycle immer mitdenken
In der Kreislaufwirtschaft spielt nicht nur die Menge an eingesetztem Recyclingmaterial eine wichtige Rolle, sondern auch die Recyclingfähigkeit: „Unser Ziel ist es, dass alles, was wir produzieren, sinnvoll in einen Recyclingkreislauf rückgeführt werden kann, deshalb denken wir die Wiederverwertung bereits bei der Entwicklung mit“, sagt Herbert Schlossnikl.

„Als Pionier und Vorreiter in der Branche arbeiten wir laufend an Innovationen im Recyclingbereich. Besonders wichtig ist uns auch Bewusstseinsbildung zum Thema Rohstoffe und der Umgang damit. Ressourcen werden knapp und sind daher auch teuer, deshalb wollen wir am Global Recycling Day einmal mehr daran erinnern, dass die richtige Entsorgung von Verpackungsmaterialien in unser aller Verantwortung liegt. Nur so können sie wiederverwertet werden – das schont Ressourcen und damit die Umwelt“, so das Geschäftsführerduo abschließend. (red)

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