IndustrieGruppe Pflanzenschutz warnt vor Ausfällen durch Schädlingsdruck
© APA / dpa / Thomas Warnack
RETAIL Redaktion 05.08.2026

IndustrieGruppe Pflanzenschutz warnt vor Ausfällen durch Schädlingsdruck

Der Verband kritisiert die EU-Zulassungspolitik bei Pflanzenschutzmitteln. Durch fehlende Wirkstoffe sieht die Branche die landwirtschaftliche Versorgung gefährdet.

WIEN. Der heiße Sommer führt in Europa zu einer verstärkten Ausbreitung von Schädlingen auf felderwirtschaftlichen Flächen. Die Interessengemeinschaft der Pflanzenschutzmittel-produzierenden Unternehmen in Österreich (IGP) weist darauf hin, dass klimabedingter Trockenstress die Pflanzenanfälligkeit erhöht und somit Risiken für die Erträge sowie die Versorgungssicherheit entstehen.

Auswertungen der EU-Kommission und der Europäischen und Mediterranen Pflanzenschutzorganisation dokumentieren zwischen 2022 und 2024 eine kontinuierliche Zunahme erstmals gemeldeter Schädlingsausbrüche. Unter den Schädlingen befinden sich unter anderem der Japankäfer, der Maiswurzelbohrer sowie verschiedene Fruchtfliegenarten.

Der Verband kritisiert in diesem Zusammenhang die strengen Regulierungen und den Rückgang zugelassener Pflanzenschutz-Wirkstoffe in der EU. „Die EU ist auf einen hohen Schädlingsdruck durch den Klimawandel nicht vorbereitet. Sie hat die Warnungen der Industrie und der Landwirtschaft ignoriert und dem Versorgungssystem mit dem Wirkstoffkahlschlag einen enormen Schaden zugefügt. Auszubaden haben das die Landwirte, von denen viele aufgrund der Ertrags- und damit Einkommensverluste zusperren werden. Das Zulassungssystem und die Regulierung sollten schleunigst an der Pflanzengesundheit ausgerichtet und an die kommenden Herausforderungen angepasst werden, sonst wird die EU-Landwirtschaft zum Museumsstück“, fordert IGP-Obmann Christian Stockmar.

Fehlende oder nicht verlängerte Zulassungen führen laut der Interessengemeinschaft zu Ertrags- und Qualitätsverlusten, höheren Produktionskosten sowie einem steigenden Risiko von Belastungen durch natürliche Toxine. Neben der Saatgutvermehrung und der Sortenvielfalt sieht die Organisation auch die Unabhängigkeit von Agrarimporten betroffen. „Diesem Wissen steht ein leerer Wirkstoffkoffer gegenüber, um die Schädlinge zu kontrollieren. Es gibt einen Feuermelder, aber keinen Feuerlöscher“, kritisiert Stockmar. „Die EU-Kommission ist dem utopischen Ziel eines Nullrisikos beim Pflanzenschutz gefolgt und war auf dem Versorgungsauge blind. Daher wurde übersehen, dass die EU Europas Teller leer reguliert“.

Die IGP fordert daher wissenschaftlich fundierte und an der landwirtschaftlichen Praxis ausgerichtete Zulassungsverfahren. „Die IGP fordert daher wissenschaftlich fundierte, planbare und an der landwirtschaftlichen Praxis ausgerichtete Zulassungsverfahren, damit Landwirte weiterhin über einen vollständigen Werkzeugkasten verfügen und hochwertige, sichere sowie leistbare Lebensmittel unter den hohen europäischen Standards produzieren können. Alles andere wäre in Kriegs- und Krisenzeiten fahrlässig“, so Stockmar. (red)

Website: https://igp.at

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