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Metro-Übernahme (fürs Erste) gescheitert © Metro
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Redaktion 12.08.2019

Metro-Übernahme (fürs Erste) gescheitert

Daniel Kretinsky ist gescheitert – mit 41,7% der Aktien verfehlte der Milliardär die Mindestannahmeschwelle deutlich.

DÜSSELDORF. Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky ist mit seinem freiwilligen Übernahmeangebot für die Handelskette Metro gescheitert. Die EPGC unter der Fürhung Kretinskys und seinem Partner Patrik Tkac hatten versucht, den Handelskonzern mit einem Angebot von rund 5,8 Mrd. Euro zu übernehmen. Letztlich seien 41,7 Prozent der Aktien angedient worden, wie das Bieterkonsortium EPGC am Freitag mitteilte. Die Annahmeschwelle von 67,5% verfehlten Kretinsky und Tkac damit klar.

 Die Metro-Aktie büßte nachbörslich nur leicht ein: Das Scheitern war bereits in der Luft gelegen, als sich zwei Großaktionäre im Vorfeld querstellten. "Vorstand und Aufsichtsrat begrüßen die Absicht von EPGC, den Transformationsprozess und unsere Strategie generell zu unterstützen, und sind weiterhin offen für einen konstruktiven Dialog", ließ Metro verlautbaren.

Hoffnungen auf einen höheren Kaufpreis hatten Anleger in den vergangenen Tagen endgültig begraben müssen. Die beiden langjährigen Großaktionäre hatten vergangene Woche erklärt, ihre Aktien nicht verkaufen zu wollen, da sie Metro nicht angemessen bewertet sehen. Stattdessen beschlossen sie eine Zusammenlegung ihrer Aktien, die sich in Summe auf über 20% belaufen. Sie streben nun an, weitere Aktien zu kaufen, um ihre Position zu stärken und eine Übernahme durch Kretinsky zu vermeiden.

Nächster Schritt Pflichtangebot?
Skepsis seitens der Investoren begleitete den Metro-Übernahmekrimi schon von Beginn an. Seit Bekanntwerden von Kretinskys Plänen kam der Aktienkurs nicht mehr über 16 Euro hinaus. Das Scheitern der Übernahme drückte die Aktie auf unter 14 Euro. Als nächstes könnte die EPGC nun, da sie über 30% besitzt, ein Pflichtangebot abgeben. Dieses würde deutlich geringer ausfallen als jene 16 Euro, die beim Versuch der freiwilligen Übernahme angeboten wurden. Aktionär Haniel hatte sich schon bereit erklärt, seine Aktien auch für weniger Geld zu verkaufen. (red)

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