WIEN. Cloud und künstliche Intelligenz werden zunehmend in öffentlichen Dienstleistungen, regulierten Prozessen und kritischen Abläufen eingesetzt. Damit gewinnt die digitale Souveränität an Bedeutung. Microsoft erweitert deshalb die Funktionen seiner Sovereign Cloud, um Unternehmen und Organisationen mehr Kontrolle über Daten, Zugriffe und den Betrieb ihrer Systeme zu ermöglichen. Je nach Anforderungen können sie zwischen Public Cloud, Private Cloud und Angeboten aus einem Partner-Ökosystem wählen.
„Wir sind überzeugt, dass Organisationen nicht vor der Entscheidung zwischen souveräner Kontrolle und globaler Innovation, Sicherheit und Resilienz stehen sollten. Mit unserem Sovereign-Cloud-Ansatz können Kunden souveräne Kontrollmechanismen in der Public Cloud in mehr als 80 Regionen weltweit nutzen, darunter auch unsere Rechenzentrumsregion in Österreich. Ausgewählte Workloads können sie mit Sovereign Private Cloud gleichzeitig in ihrer eigenen Infrastruktur betreiben. So erhalten Organisationen die Flexibilität, für jeden Workload das passende Maß an Kontrolle zu wählen“, erklärt Florian Slezak, Cloud Region Lead bei Microsoft Österreich.
Mehr Transparenz und Kontrolle
Mit dem Sovereign Control Panel, das zur Microsoft Ignite in die öffentliche Vorschau geht, erhalten Organisationen eine zentrale Übersicht über ihre Souveränitätsanforderungen und vorhandenen Kontrollmechanismen im Azure-Portal. Das Tool soll helfen, Risiken und mögliche Lücken zu erkennen. Zudem werden Abhängigkeiten zwischen Workloads und deren Übertragbarkeit zwischen verschiedenen Betriebsumgebungen sichtbar, was die Planung der Geschäftskontinuität unterstützen soll.
Weitere Funktionen betreffen den Schutz von Daten und den Zugriff auf Systeme. Data Guardian sieht bei qualifizierten Fernzugriffen von Microsoft-Technikern auf relevante Produktionssysteme in der EU und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) eine zusätzliche Prüfung durch einen vertrauenswürdigen EU-Partner mit Personal in Europa vor. Das Production Touch Ledger dokumentiert solche Zugriffe und die dabei durchgeführten Aktionen in manipulationsgeschützten Nachweisen.
Auch beim Verschlüsselungsmanagement kommen neue Möglichkeiten hinzu: External Key Management mit Azure Managed HSM ist ab sofort allgemein verfügbar. Damit erhalten Organisationen eine zusätzliche Option für Workloads, bei denen die physische Kontrolle über Root-Verschlüsselungsschlüssel außerhalb der Microsoft-Infrastruktur erforderlich ist.
Lokale Betriebsmodelle und KI-Funktionen
Mit Sovereign Private Cloud erweitert Microsoft die Möglichkeiten für den Betrieb von Cloud-Diensten in kundeneigenen Umgebungen. Die auf Azure Local basierende Lösung bringt Cloud-Funktionen in Infrastrukturen, die Organisationen selbst betreiben. Die Möglichkeit, Workloads vom verbundenen Betrieb in einen vom Netzwerk getrennten Modus zu überführen, geht in die öffentliche Vorschau. Damit sollen kritische Dienste auch bei veränderten Konnektivitäts- oder Betriebsanforderungen verfügbar bleiben.
Darüber hinaus erweitert Microsoft das lokale Angebot um DocumentDB und Blob Storage auf Azure Local, GitHub Enterprise Local, GitHub Copilot mit lokal gehosteten Modellen sowie Foundry Local für verbundene und vom Netzwerk getrennte Betriebsmodelle. Organisationen können damit weitere Daten-, Entwicklungs- und KI-Anwendungen in einer von ihnen kontrollierten Umgebung betreiben.
Das Sovereign Partner Ecosystem ergänzt diese Möglichkeiten um unabhängig betriebene Umgebungen, nationale Cloud-Angebote wie Bleu in Frankreich sowie spezialisierte Software- und Technologiepartner. Organisationen können so Microsoft-Technologien mit lokaler Expertise und unterschiedlichen Betriebsmodellen kombinieren.
Mit den Erweiterungen bündelt Microsoft verschiedene Kontrollmöglichkeiten über öffentliche Cloud-Dienste, kundeneigene Infrastrukturen und Partnerangebote hinweg. Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sollen dadurch ihre IT-Umgebung stärker an den jeweiligen Anforderungen ausrichten können, ohne auf Weiterentwicklungen bei Cloud und KI verzichten zu müssen. (red)