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Milchkrise - Deutsche Agrarminister wollen Hilfe von der EU APA/EPA OLIVIER HOSLET

deutscher Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU)

APA/EPA OLIVIER HOSLET

deutscher Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU)

Redaktion 05.10.2015

Milchkrise - Deutsche Agrarminister wollen Hilfe von der EU

Hunderte Demonstranten störten Tagung, der Protest richtete sich gegen geringe Erzeugerpreise

FULDA. Eine schnelle Lösung der Preiskrise ist für die 80.000 Milchbauern in Deutschland nicht in Sicht. Die Agrarminister von Bund und Ländern konnten zum Abschluss ihrer Konferenz in Fulda noch kein Konzept mit raschen Hilfsmaßnahmen präsentieren. Man könne nicht einfach einen Hebel umlegen, um die Probleme zu beheben, warb Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) am Freitag um Verständnis. Er sehe bisher kein überzeugendes und stimmiges Modell, sagte er nach der dreitägigen Agrarministerkonferenz (AMK).

Vor der Abschluss-Pressekonferenz stürmten rund 100 Demonstranten das Tagungshotel, um die Politiker zur Rede zu stellen. Die Beamten seien von der Aktion überrascht worden, räumte ein Polizeisprecher ein. 200 weitere Landwirte belagerten den Versammlungsort. Sie machten mit lautstarken Sprechchören ihrem Unmut Luft. Es sei aber zu keinen gewalttätigen Auseinandersetzungen oder Sachbeschädigungen gekommen. Zuvor hatten rund 400 Teilnehmer bei einer angekündigten Demo nahe des Doms unter anderem gegen geringe Erzeugerpreise demonstriert.

Die AMK beschloss, dass sich die deutsche Regierung auf EU-Ebene für die Weiterentwicklung von Instrumenten zur Krisenbewältigung auf dem Milchmarkt einsetzen möge. Geprüft werden soll etwa, ob eine flexible Angebotsregulierung helfe. Zudem solle ein Frühwarnsystem aufgebaut werden, das auf Marktturbulenzen hinweist. Die deutschen Agrarminister erklärten, dass die Preiskrise auf dem Milchmarkt wegen des Überangebots noch nicht überstanden sei: Die "Talsohle bei den Auszahlungspreisen" für Milch sei noch nicht durchschritten. Preise von derzeit 30 Cent pro Kilo und weniger bringen Erzeuger in Existenznot. Deswegen forderten die Minister auch, dass Geld aus der Superabgabe, die zu Zeiten der Milchquote für eine Überproduktion erhoben wurde, an die Bauern zurückfließen soll.

Die EU hatte Mitte September in einem Hilfspaket den deutschen Bauern knapp 70 Mio. € versprochen. Vielen Agrarministern ist das zu wenig. Hinz sagte, auch der Bund müsse seine Finanzhilfen erhöhen. (APA)

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