Österreichs Molkereibranche steht vor einem weiteren Konsolidierungsschritt. Mit Berglandmilch und der Obersteirischen Molkerei wollen zwei Genossenschaften zusammenrücken. Bei einer Zustimmung der Wettbewerbsbehörden würde die mit Abstand größte heimische Molkerei künftig auf einen Umsatz von rund 1,5 Mrd. Euro kommen. Die Obersteirische Molkerei soll ihre Milchsparte einbringen und dafür rund 10% der Genossenschaftsanteile an Berglandmilch erhalten.
Für Wifo-Ökonom Franz Sinabell ist die seit Jahrzehnten laufende Konsolidierung nicht überraschend. Fusionen könnten Kosten senken und damit auch den Milchbauern zugutekommen. Gleichzeitig sieht er Grenzen: „Irgendwann wird die Wettbewerbsbehörde den Konsolidierungen einen Riegel vorschieben.“ Kritisch werde die Marktkonzentration vor allem dort, wo Bauern ihre Milch nur an eine Molkerei liefern können und damit wirtschaftlich stark von dieser abhängig sind.
Der heimische Markt wird vor allem von Berglandmilch, Nöm und SalzburgMilch geprägt. Berglandmilch mit Marken wie Schärdinger und Tirol Milch setzte zuletzt mehr als 1,3 Mrd. Euro um. Nöm kam 2025 auf rund 790 Mio. Euro und schloss sich im Vorjahr mit Vorarlberg Milch zusammen. SalzburgMilch stieg 2026 bei Pinzgau Milch ein; gemeinsam kommen die beiden Unternehmen auf mehr als 510 Mio. Euro Umsatz. Auch die Gmundner Molkerei kooperiert mittlerweile eng mit der bayerischen Milchwerk Jäger.
Für die österreichischen Milchverarbeiter gewinnt zugleich der Export weiter an Bedeutung. Im Inland sind sie stark von Spar, Rewe, Hofer und Lidl abhängig, die gemeinsam auf 94% Marktanteil kommen. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Exporte der Milchwirtschaft um mehr als 5% auf rund 1 Mrd. Euro, während die Importe um 9,5% auf 593 Mio. Euro zurückgingen. Wichtigstes Außenhandelsprodukt bleibt Käse mit Exporten im Wert von 512 Mio. Euro.
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