WIEN. Trotz eines schwierigen Marktumfelds hat die Markant Gruppe 2025 ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Steigende Kosten, Kaufzurückhaltung, schwaches Wirtschaftswachstum und zusätzliche regulatorische Anforderungen erhöhen den Druck auf die FMCG-Branche. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Zusammenarbeit zwischen Handel und Industrie an Bedeutung. Mit ihrer B2B-Plattform Markant Marktplatz will die Unternehmensgruppe Effizienz entlang der Wertschöpfungskette verbessern und gemeinsame Lösungen für Händler und Lieferanten entwickeln. Beim 13. Informationstag von Markant Österreich im Wiener Palais Niederösterreich informierte das Unternehmen mehr als 300 Führungskräfte aus Handel und Industrie über die Geschäftsentwicklung und die weiteren Schwerpunkte.
Wachstum trotz schwierigem Marktumfeld
Die Markant Gruppe erzielte 2025 einen internationalen Regulierungsumsatz von 70,2 Milliarden Euro, was einem Plus von 4,5 Prozent entspricht. Die Gruppe ist mit 14 Standorten in 16 europäischen Ländern tätig. Markant Österreich steigerte den Umsatz im selben Zeitraum um fünf Prozent auf 3,57 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr 2026 konnte der Umsatz trotz der schwierigen Rahmenbedingungen stabil gehalten werden.
„Wir sehen, dass das Vertrauen in unsere effizienzsteigernden Dienstleistungen für bestehende und neue Handels- und Industriepartner ein entscheidender langfristiger Erfolgsfaktor ist!“, betont Thomas Zechner, Geschäftsführer von Markant Österreich.
Auch die Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern wurde ausgebaut. Besonders positiv entwickelte sich der Bereich der Foodservice-Händler, die ihren Marktanteil weiter steigern konnten. Im Drogeriefachhandel verzeichnete die Gruppe ebenfalls eine erfolgreiche Entwicklung. Im Lebensmitteleinzelhandel kam mit Gurkerl.at ein neuer Handelspartner hinzu. Effizienzgewinne und Einkaufsvorteile sollen sich unter anderem in günstigeren Preisen, neuen Produkten, attraktiveren Sortimenten und zusätzlichen Standorten für die Konsumenten niederschlagen.
„Diese Fortschritte sind immer ein Ergebnis der kontinuierlichen engen Zusammenarbeit zwischen unseren Partnern und der Markant!“, hebt Zechner hervor.
Die Plattform wurde in den vergangenen Jahren gezielt erweitert, um Prozesse in Bereichen wie Zahlungsservices, Produktdatenmanagement und Logistik zu optimieren. „In den letzten drei Jahren haben wir bei Markant unseren Marktplatz intensiv weiterentwickelt und haben aktuell über 10 Dienstleistungen für ca. 60.000 Nutzer aus über 20.000 Unternehmen auf unserem Marktplatz entwickelt“, betont Dominik Scheid, Geschäftsführer der Markant AG.
Neue Services und Schwerpunkte für 2026 und 2027
Zu den zentralen Dienstleistungen zählt die Zentralregulierung. 2025 kamen rund 80 neue Lieferanten hinzu. Insgesamt betreut Markant Österreich 50 Handelspartner mit etwa 4.800 Lieferstellen.
Auch das Produkt-Informations-Management m.PIM wurde erweitert. Im vergangenen Jahr wurden Produktstammdaten von rund 2.500 Lieferanten an Handelspartner in Österreich übermittelt. Neue Funktionen wie das Bildbearbeitungs-Tool m.ImageOptimizer und das Marketing-Text-Modul m.ProductWizard ergänzen das Angebot. Zudem wurden zusätzliche Ressourcen und Investitionen für die Verbesserung der Produktdatenqualität bereitgestellt.
Mit m.Synced bietet Markant eine GS1-konforme GDSN-Plattform für den Austausch qualitätsgeprüfter Produktdaten. Rund 250 Unternehmen verteilen ihre Produktinformationen bereits international über das Markant-Datennetzwerk. Weitere Dienstleistungen umfassen den elektronischen Datenaustausch (EDI), die digitale Vorgangs-Akte m.DVA zur Optimierung von Warenanlieferungsprozessen sowie digitale Plattformen für Produktpräsentation und Unternehmensdaten. Rund 4.000 Lieferanten nutzen derzeit m.DVA.
Der m.RawMaterialMonitor stellt rund 1.500 Unternehmen Informationen zu Rohstoffpreisen und mehr als 1.000 Kostenmodellen zur Verfügung. Über den Markant Price Monitor wurden innerhalb von zwölf Monaten rund 1,5 Millionen Aktionen von etwa 40 Händlern erfasst. Die Nutzungsrate des Services für Handel und Industrie stieg dabei um rund 20 Prozent.
Für 2026 und 2027 plant Markant Österreich, interne Abläufe weiter zu verschlanken und Ressourcen effizienter einzusetzen. Ein eigener Fachbereich für Sustainability Services bündelt Aufgaben im Zusammenhang mit neuen regulatorischen Anforderungen, darunter die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) und die Verpackungsverordnung PPWR. Die Zusammenarbeit mit ECR Austria soll ebenfalls intensiviert werden. Zudem will das Unternehmen den Ausbau des m.Synced-Datenpools vorantreiben und seine Dienstleistungen verstärkt für Kunden außerhalb der Markant Gruppe öffnen.
Kooperation als Antwort auf den Wandel
Für Dominik Scheid bleiben Vertrauen, Kooperation und Fortschritt die zentralen Werte der Unternehmensgruppe. Die internationale Konzentration im Handel und in der Industrie, steigender Kosten- und Margendruck sowie volatile Märkte erhöhen den Bedarf an gemeinsamen Lösungen. Als wesentliche Herausforderungen nennt Markant die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz, wachsende Compliance-Anforderungen und leistungsfähige Cybersecurity. Auch die digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung.
Die B2B-Plattform habe sich innerhalb von zwei Jahren von einer technischen Lösung zu einem umfassenden Marktplatz entwickelt, so das Unternehmen. Ziel sei es, digitale und physische Prozesse über verschiedene Leistungsbereiche hinweg zu verbinden und langfristig ein europäisches Branchenökosystem aufzubauen. Dazu sollen neben dem Ausbau der Plattform auch neue Zielmärkte erschlossen und spezialisierte Anbieter eingebunden werden.
Ein weiterer Schritt erfolgte im September 2026 mit der Erweiterung der Geschäftsführung der Markant AG: Mark Michaelis übernahm die Verantwortung für den Bereich Dienstleistungen. Damit will die Gruppe die Weiterentwicklung ihres Angebots und den Aufbau eines umfassenden Ökosystems vorantreiben.
Die österreichische Landesgesellschaft betreut neben Österreich auch Ungarn, Kroatien und Slowenien mit ihren Kerndienstleistungen. In diesen Ländern stiegen die Regulierungsumsätze 2025 um rund 50 Prozent auf etwa 360 Millionen Euro. Weitere Dienstleistungen erbringt Markant zudem in Italien und Serbien. (red)