Spar: Ausbau der E-Lkw „darf nicht am Stromnetz scheitern“
© Spar/Johannes Brunnbauer
RETAIL Redaktion 02.09.2026

Spar: Ausbau der E-Lkw „darf nicht am Stromnetz scheitern“

WIEN. Spar setzt seit April 2026 zehn E-Lkw der neuesten Generation im Regelbetrieb ein und hat dabei Fahrzeugtechnik, Ladeinfrastruktur und Energieversorgung unter realen Bedingungen getestet. Das Ergebnis: Die Fahrzeuge bewähren sich auch bei temperaturgeführten Transporten, im Anhängerbetrieb und auf längeren Touren. Für einen weiteren Ausbau sieht Spar allerdings die verfügbare Netzkapazität als entscheidenden Faktor.

Die zehn E-Lkw sind an vier Standorten für die Liefergebiete Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich im Einsatz. Mit einer Batteriekapazität von rund 600 kWh erreichen sie Reichweiten von bis zu 400 Kilometern. Auch während der Hitzeperioden im Sommer 2026 funktionierte die gekühlte Lebensmittellogistik nach Angaben des Unternehmens problemlos.

„Unsere E-Lkw haben ihre Praxistauglichkeit unter den Anforderungen der Lebensmittel-Logistik bewiesen. Wir sind bereit, die Elektrifizierung unserer Lieferlogistik weiter voranzutreiben. Für den weiteren Ausbau benötigen wir jedoch ausreichend verfügbare Energie an unseren Standorten. Leistungsfähige Stromanschlüsse und entsprechende Netzkapazitäten werden damit zunehmend zum entscheidenden Faktor“, erklärt Spar-Vorstand Marcus Wild.

Netzkapazitäten müssten verdreifacht werden
Besonders deutlich zeigt sich die Herausforderung am Standort St. Pölten. Perspektivisch müssten dort bis zu 90 schwere Fahrzeuge, darunter 60 eigene Lkw, innerhalb kurzer Zeitfenster geladen werden. Für die vollständige Elektrifizierung der Flotte wären laut Spar bis zu 12,5 MW Anschlussleistung erforderlich, rund 8 MW davon allein für die E-Mobilität. Die derzeit verfügbaren Netzkapazitäten müssten dafür etwa verdreifacht werden.

„Unsere Märkte müssen jeden Tag zuverlässig mit frischen und gekühlten Waren versorgt werden. Deshalb haben wir die E-Lkw unter realen Bedingungen im täglichen Logistikbetrieb eingesetzt. Die Fahrzeuge kommen mit Anhänger zum Einsatz, übernehmen temperaturgeführte Transporte und werden in bestehende Tourenkonzepte integriert. Die Erfahrungen zeigen, dass die neue Fahrzeuggeneration die Anforderungen unserer täglichen Praxis erfüllen kann. Der eigentliche Flaschenhals liegt inzwischen beim Stromnetz: Für die vollständige Elektrifizierung unserer Flotte benötigen wir am Standort St. Pölten eine Anschlussleistung von bis zu 12,5 MW. Rund 8 MW davon würden allein auf die E-Mobilität entfallen. Dafür müssten die heute verfügbaren Netzkapazitäten etwa verdreifacht werden“, sagt Alois Huber, Geschäftsführer von Spar Wien, Niederösterreich und nördliches Burgenland.

Das Mobilitätsministerium unterstützte die Anschaffung der E-Lkw und der Ladeinfrastruktur im Rahmen von eMOVE Austria mit rund 2,2 Millionen Euro. Die zehn Fahrzeuge sollen innerhalb der ersten fünf Betriebsjahre 3,75 Millionen Kilometer emissionsfrei zurücklegen und dabei laut Ministerium rund 2.500 Tonnen CO₂ gegenüber herkömmlichen Lkw einsparen. Spar produziert zudem bereits 1,4 MW Strom mit einer Photovoltaikanlage auf der Zentrale und deckt damit in den Sommermonaten bis zu 25 Prozent des durchschnittlichen Strombedarfs.

„Mit der vollständigen Umstellung der 90 Lkw in St. Pölten könnten wir jedes Jahr rund 3,5 Millionen Liter Diesel einsparen und uns unabhängiger von Dieselimporten machen. E-Lkw sind damit nicht nur eine Antwort auf die Klimakrise, sondern auch eine Frage der der Unabhängigkeit der Lebensmittelversorgung und somit der Lebensmittelversorgung“, so Huber abschließend. (red)

 

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