Die Auflagenentwicklung am heimischen Printmarkt setzt sich auch im ersten Halbjahr 2026 fort. Die aktuelle ÖAK-Auswertung umfasst die Durchschnitts-Auflagenzahlen von Jänner bis Juni 2026. Der Vergleich zum Jahresschnitt 2025 zeigt: Tageszeitungen verlieren weiter an verkaufter Auflage.
Bei den elf ausgewiesenen Kauf-Tageszeitungen (siehe Tabelle) summiert sich die verkaufte Auflage im ersten Halbjahr 2026 auf 1.213.163 Exemplare. Im Jahresschnitt 2025 waren es noch 1.246.848. Das entspricht einem Rückgang um 33.685 Exemplare beziehungsweise 2,7%. Eine gegenläufige Entwicklung zeigt der darin enthaltene ePaper-Anteil. Dieser steigt bei denselben Titeln von 258.483 Exemplaren 2025 auf aktuell 275.735, was einem Plus von 6,67% entspricht.
„Krone“ bleibt klare Nr. 1
Mit einer verkauften Auflage von 491.770 Exemplaren im Wochenschnitt bleibt die Kronen Zeitung auch im ersten Halbjahr 2026 mit großem Abstand die größte Tageszeitung Österreichs und jene Zeitung mit der höchsten täglichen Verkaufsauflage. Dennoch: Gegenüber dem Jahresschnitt 2025 mit 507.735 Exemplaren bedeutet das einen Rückgang um 15.965 Stück oder 3,14%. Der ePaper-Anteil entwickelt sich dagegen weiterhin stark und steigt von 59.143 auf 66.541 Exemplare, was einem Plus von 12,51% entspricht.
Auch die Kleine Zeitung gibt gegenüber 2025 um 2,8% auf 235.159 verkaufte Exemplare nach. Beim Kurier fällt das Minus mit 6,88% deutlicher aus, die Oberösterreichischen Nachrichten verlieren 2,76%. Nahezu stabil bleibt hingegen Die Presse mit 65.698 Exemplaren und einem Minus von lediglich 0,23%. Der Standard kommt auf 54.278 Exemplare und verliert damit 3,16%. Eine bemerkenswerte Ausnahme stellen die Vorarlberger Nachrichten dar: Ihre Verkaufsauflage steigt gegenüber dem Jahresschnitt 2025 um 13,3% auf 51.712 Exemplare.
Gratis: „Heute“ legt kräftig zu
Bei den drei großen in der Vergleichstabelle ausgewiesenen Gratisangeboten sinkt die verbreitete Auflage in Summe von 4.191.741 Exemplaren im Jahresschnitt 2025 auf 4.078.411 im ersten Halbjahr 2026. Das entspricht einem Minus von 2,70%. Hinter dieser Gesamtentwicklung stehen allerdings sehr unterschiedliche Verläufe. Heute gesamt steigert seine verbreitete Auflage deutlich von 453.573 auf 501.409 Exemplare, was einem Plus von 10,55% entspricht. Der ePaper-Anteil springt gleichzeitig von 12.139 auf 74.630 Exemplare.
Die Kombi Österreich und oe24 gesamt verliert hingegen 3,85% und kommt auf 385.006 Exemplare. MeinBezirk (RegionalMedien Austria) gesamt bleibt mit knapp 3,2 Mio. verbreiteten Exemplaren mit Abstand das auflagenstärkste Angebot in diesem Vergleich, liegt damit aber ebenfalls 4,37% unter dem Jahresschnitt der ÖAK-Auswertung von 2025.
Auch bei den großen Kauf-Wochen- und Monatstiteln bleibt der Abwärtstrend sichtbar. Die zehn für den Vergleich ausgewiesenen Titel in der Tabelle kommen im ersten Halbjahr 2026 gemeinsam auf 653.048 verkaufte Exemplare. Auf Basis der offiziellen Einzelwerte dieser zehn Titel waren es im Jahresschnitt 2025 692.798 Exemplare. Damit beträgt das Minus 5,74%. Der darin enthaltene ePaper-Anteil sinkt ebenfalls – von 137.185 auf 126.962 Exemplare beziehungsweise um 7,45%.
Die ganze Woche bleibt mit 213.491 verkauften Exemplaren klar die Nummer eins unter den Wochentiteln und verliert gegenüber 2025 vergleichsweise moderate 2,88%. tv media gibt um 5,62% nach, Servus in Stadt & Land um 5,15%. Deutlicher fallen die Verluste bei News mit 11,06% und vor allem bei Woman mit 18,55% aus. Auch profil, Gewinn, Gusto, ORF nachlese und Autorevue liegen unter ihren Werten aus dem Jahresschnitt 2025.
Auf den Punkt gebracht …
Damit bleibt das Bild ähnlich wie zuletzt: Die Verkaufsauflagen vieler Kauf-Titel sinken weiter. Bei den Tageszeitungen gewinnt das ePaper gleichzeitig an Gewicht, während sich dieser Trend bei den großen Kauf-Wochen- und Monatstiteln derzeit nicht zeigt. Und im Gratisbereich verdeckt die starke Entwicklung von Heute, dass andere große Angebote weiter an verbreiteter Auflage verlieren.
Neu in die ÖAK aufgenommen wurde das Wien Magazin/Vienna Magazine. Demgegenüber sind vier Titel ausgeschieden: look! Das neue Magazin für Frauen, maxima, die ÖGZ sowie Signature. Zudem wird The Red Bulletin nun in der Kategorie Magazine Gratis geführt, während V+ künftig unter dem Namen VOL.AT+ ausgewiesen wird. (red)
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