Unterhaltungsbranche bleibt trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen weiter auf Wachstumskurs. 2025 erreichte der gesamte heimische Markt laut dem aktuellen „Global Entertainment & Media Outlook 2026 – 2030“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC ein Volumen von 13,7 Mrd. €. Das entspricht einem Plus von rund 5,4% gegenüber 2024.
Streaming und Live-Events
Der Streamingmarkt wuchs um elf Prozent auf 638 Mio €. Mit dem Start von HBO Max in Österreich und dem wachsenden Angebot von ORF On drängen neue Player in den Markt. „Konsumenten haben heute eine größere Auswahl denn je und vergleichen, wechseln und kündigen TV- und Streaming-Angebote so flexibel wie nie zuvor. Das setzt Anbieter unter Zugzwang: Wer bestehen will, muss mit werbefinanzierten Tarifen, lokalen Inhalten und smarten Partnerschaften überzeugen“, erklärt Nicole Prieller, Partnerin und Expertin für Digital and Customer Transformation bei PwC Österreich. Entgegen dem globalen Abwärtstrend kann in Österreich das klassische Fernsehen um zwei Prozent auf 2.524 Mio. € zulegen. Vor allem Live-Inhalte wie die Fußball-Austragungs-Rechte spielen laut PwC-Analysten dabei eine wichtige Rolle.
Der österreichische Kinomarkt entwickelt sich ebenfalls positiv. Steigende Besucherzahlen und Ticketpreise sowie Investitionen in die Kinoinfrastruktur sorgten 2025 für ein Umsatzplus von elf Prozent auf 133 Mio. €. Bis 2030 prognostiziert PwC einen weiteren Anstieg der Kinoerlöse auf 169 Mio. €. Die Musikbranche profitiert auch hierzulande vom Trend zurück zu Live-Unterhaltung. Große Stadion-Konzerte von internationalen Superstars sowie zahlreiche Open-Air-Festivals begeisterten 2025 Millionen von Besuchern und brachten einen Umsatz von 250 Mio. €.
Auch abseits der Bühne boomt das Musikgeschäft. Der heimische Musik-, Radio- und Podcast-Markt verzeichnete 2025 ein Plus von drei Prozent auf 928 Mio. € und wird in den kommenden Jahren auf mehr als eine Milliarde steigen.
KI prägt alle Segmente
Künstliche Intelligenz und datenbasierte Monetarisierung entwickeln sich in allen Bereichen zu zentralen Wachstumshebeln. Im Bewegtbildmarkt sinken etwa die Eintrittsbarrieren für kleinere Studios und Produktionshäuser. In der Werbung wird die Aussteuerung zunehmend datengetrieben und in Echtzeit personalisiert. Im Audiomarkt eröffnet KI neue Möglichkeiten für individualisierte Hörerlebnisse, während Fragen rund um Urheberrecht und faire Vergütung an Bedeutung gewinnen.
„Der österreichische Medienmarkt bleibt insgesamt stabil, doch im Inneren tobt ein Verteilungskampf. Ob Streaming, Live-Musik oder Print – überall entscheidet sich gerade neu, wer die Aufmerksamkeit der Österreicher gewinnt. Wer heute wachsen will, braucht eine klare Position auf den großen Plattformen, eigene Daten und ein Angebot, das sich unterscheidet“, erklärt Prieller. (red)
„Diskussion TV versus Digital ist überholt“
Der Medienmarkt befindet sich im Umbruch: Globale Plattformen setzen heimische Medien wirtschaftlich unter Druck, KI eröffnet neue Möglichkeiten und sorgt zugleich für Verunsicherung,