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Teuerungswelle hält an: Inflation mittlerweile bei +7,7% © Pixabay
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Redaktion 21.06.2022

Teuerungswelle hält an: Inflation mittlerweile bei +7,7%

Inflation erreicht höchstes Niveau seit 1976.

WIEN. Im Mai 2022 ist die Inflationsrate laut Statistik Austria auf +7,7% angestiegen und hat damit das höchste Niveau seit dem Jahr 1976 erreicht. Nahrungsmittel haben sich hierzulande im Mai durchschnittlich um +8,8% verteuert, deutlich mehr als etwa noch im März (+5,8%). Wie vom Handelsverband schon vor Wochen prognostiziert, betrifft die aktuelle Teuerungswelle insbesondere Öle (+21,4%), Fleisch (+11,3%) und Gemüse (+12,5%).

Der Ukrainekrieg verstärkt überdies den Preisauftrieb bei
Agrarrohstoffen und Betriebsmitteln wie Dünger, was wiederum die Lebensmittelproduktion und -distribution verteuert. Herausfordernd für den Handel ist auch die Suche nach alternativen Lieferanten, da die ausgefallenen Produktionspartner aus der Ukraine und Russland substituiert werden müssen.

"Für den Handel ist diese Entwicklung eine echte Herausforderung: Wir beobachten bei Rohstoffen, Verpackungen, Papier, Energie, Futtermittel und Logistik nie gekannte Preissteigerungen. Ursache der aktuellen Teuerungswelle sind die massiv gestiegenen Kosten für
Energie und Treibstoffe in Folge des Ukrainekrieges und der
Pandemie. All das wirkt direkt auf die Lebensmittelpreise – durch höhere Produktionskosten, höhere Lieferkosten, höhere Kühlungskosten und höhere Instandhaltungskosten", erklärt
Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Teuerung bei Lebensmitteln nach Produktgruppen
(Mai 2022)
* Butter: +30,6%
* Öle, Fette: +21,4%
* Gemüse: +12,5%
* Kaffee: +11,7%
* Fleisch: +11,3%
* Limonaden: +10,8%
* Alkoholfreie Getränke: +10,6%
* Milch, Käse, Eier: +9,5%
* Brot / Getreideerzeugnisse: +8,6%
* Obst: +3,1%.

Die Preistreiber bleiben Haushaltsenergie & Treibstoffe
Noch weit höher sind die Preise allerdings mit +25,4% für
Haushaltsenergie bzw. mit +19,1% für Verkehr gestiegen. Auch für den Bereich Wohnung, Wasser und Energie (+9,4%) mussten die heimischen Verbraucher im Mai deutlich tiefer ins Geldbörsel greifen. Besorgniserregend stimmt überdies die Teuerung im Großhandel, die im Mai bei +25,1% lag.

Versorgungslage ist und bleibt stabil
Zumindest die versorgungstechnische Lage der heimischen
Lebensmittelhändler bleibt auf einem stabilen Niveau. Der
Lebensmittelhandel verzeichnet aktuell keine nennenswerten Engpässe oder Verwerfungen. Herausfordernd ist weiterhin die Preisentwicklung bei den Rohstoff-, Verpackungs- und Logistikkosten.

"Die flächendeckende Versorgung der österreichischen Bevölkerung ist vollumfänglich sichergestellt. Dies ist insbesondere der regionalen Beschaffung bei österreichischen Produzenten und Landwirten zu verdanken. Auch die zahlreichen freiwilligen Initiativen des heimischen Handels zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung machen sich jetzt bezahlt und stärken die Versorgungslage im Land", so Handelssprecher Will. "Jetzt setzen wir darauf, dass das ‚Geld-zurück-Paket‘ der Bundesregierung rasch in Geltung tritt und damit eine finanzielle Entlastung der Bevölkerung bewirkt." (OTS)

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