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Ungesunde Rückstände in Superfood-Produkten Panthermedia.net / Sergejs Rahunoks
Panthermedia.net / Sergejs Rahunoks

Redaktion 06.09.2017

Ungesunde Rückstände in Superfood-Produkten

Bis zu 13 Pestizide auf Goji-Beeren.

WIEN. Ein Superfood-Test von Global 2000, Südwind und AK Niederösterreich untersuchte Goji-Beeren, Chia- und Leinsamen auf Pestizide und Schwermetalle sowie soziale und ökologische Auswirkungen. Das Testergebnis schockiert: Bis zu 13 Pestizide wurden auf Goji-Beeren nachgewiesen, bei Chia- und Leinsamen gab es Überschreitungen der gesetzlich festgelegten Pestizid-Höchstwerte.

„Diese sogenannten Superfoods werden unter der Annahme konsumiert, dass sie ausgesprochen förderlich für die Gesundheit und das Wohlbefinden sind“, so Waltraud Novak, Pestizid-Expertin bei Global 2000. Man erwarte sich keine gesundheitsgefährdenden Substanzen auf solchen Lebensmitteln. Die gefundenen Mengen seien zwar nicht „akut gesundheitsgefährdend“ so Novak, aber das Zusammenwirken von unterschiedlichen Pestiziden sei noch sehr wenig bekannt. „Viele der gefundenen Substanzen stehen außerdem im Verdacht, krebserregend oder fortpflanzungsschädigend zu sein.“

Stefan Grasgruber-Kerl von Südwind denkt dabei an die Arbeiter auf den Plantagen: „Jeder Rückstand bedeutet, dass dieses Pestizid vorher auf den Plantagen gespritzt wurde. Ohne Schutzbekleidung hantieren Bäuerinnen und Bauern in Anbauländern wie Bolivien, China oder Peru mit giftigen Pestiziden; dazu kommen schlechte Arbeitsbedingungen und ein Verdienst oft unter dem Existenzminimum.“
Auch die Herkunftsangaben waren nicht immer vollständig. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Angabe des Ursprungslands bei Superfood-Produkten zwar nicht, aber wichtig bei der Kaufentscheidung, so Novak. Kunden sollten darüber informiert werden, ob die Leinsamen aus Österreich oder aus Indien und Russland stammen. „Wir fordern eine durchgängige Kennzeichnung des Anbaulands bei Lebensmitteln. Auch der Gesetzgeber ist gefordert, hier dementsprechende Vorgaben im Sinne der Konsumenten zu schaffen“, so die Expertin.

Novak und Grasgruber-Kerl empfehlen den Konsumenten, sich für eine ausgewogene Ernährung mit Produkten aus der Region zu versorgen und bei Superfood-Produkten auf ein Fairtrade-Siegel und eine Bio-Zertifizierung zu achten. (OTS)

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