financenet: Bank Austria verstärkt Offensive im Firmenkundengeschäft
Mit neuen Mitarbeitern, digitalen Angeboten und der internationalen Stärke der UniCredit-Gruppe will die Unicredit Bank Austria AG vor allem bei heimischen KMU wachsen. Firmenkundenvorstand Dieter Hengl sieht trotz schwieriger Konjunktur Chancen für Expansion und Übernahmen.
Im Gespräch mit medianet-Herausgeber Chris Radda im TV-Format „financenet“ kündigte Firmenkundenvorstand Dieter Hengl weitere Investitionen in Betreuung, Digitalisierung und neue Dienstleistungen an. Rund 200 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen im Privat- und Firmenkundenbereich die Servicequalität erhöhen.
Die KMU-Offensive zeigt laut Hengl bereits Wirkung: Im Vorjahr gewann die Bank rund 1.000 neue KMU-Kunden, heuer kamen bislang weitere 500 hinzu. Ziel sei es, die bei Großunternehmen vorhandene Kompetenz stärker dem Mittelstand zugänglich zu machen. Neun von zehn österreichischen Großunternehmen seien bereits Kunden der Bank. „Gerade diese Kompetenz, die wir bei den großen Firmenkunden haben, wollen wir auch den KMU zur Verfügung stellen“, sagte Hengl. Besonders wichtig sei dabei die Unterstützung bei der Internationalisierung.
Als Wettbewerbsvorteil sieht der Vorstand das breite Produktangebot. Die Bank Austria könne als einzige österreichische Bank unter anderem Strom, Gas, Diesel sowie Rohstoffe wie Kupfer, Stahl und Aluminium absichern. Auch das Kreditkarten– und Acquiring-Geschäft wurde neu aufgebaut. Unternehmen erhalten damit Kreditkarten, stationäre und digitale Bezahllösungen, SoftPOS und E-Commerce-Dienste aus einer Hand. „Die Firmenkunden haben den Vorteil, dass sie einen Ansprechpartner für diese Services haben und nicht drei, vier oder fünf verschiedene Unternehmen“, so Hengl.
Rückenwind liefert die solide Kapitalausstattung. Die Bank Austria weist für 2025 eine Bilanzsumme von rund 110 Mrd. Euro, Kundenkredite von 62 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 1,3 Mrd. Euro aus. Das Firmenkreditvolumen liegt heuer bei mehr als 44 Mrd. Euro. Mit über 9 Mrd. Euro Eigenkapital und einer Kernkapitalquote von knapp 19% könne die Bank Unternehmen auch in schwierigen Phasen verlässlich finanzieren.
Dieter Hengl betonte zugleich die Vorteile der UniCredit-Gruppe: „Die Kombination aus regional, lokal und international ist ein unschlagbarer Wettbewerbsvorteil.“ Europa brauche größere Banken und Industrieunternehmen, um gegenüber den USA und anderen Wirtschaftsräumen bestehen zu können.
Die heimische Konjunktur beurteilt Hengl verhalten optimistisch. Für 2026 erwartet er ein Wachstum von 0,8%. Unternehmen müssten effizienter werden, neue Märkte erschließen und Risiken aktiv steuern. „Es geht nichts von selber. Man kann nicht warten, bis Hilfe von außen kommt.“
Bewegung ortet der Firmenkundenvorstand auch bei Fusionen und Übernahmen. Mehrere größere Transaktionen seien in Vorbereitung. Für KMU bietet UniCredit zudem die digitale Plattform DealSync an. Mehr als 6.000 Unternehmen, davon über 600 aus Österreich, sind laut Hengl dort erfasst. Mithilfe künstlicher Intelligenz werden passende Käufer und Verkäufer zusammengeführt, etwa bei Expansion oder Unternehmensnachfolge. Hengl beschreibt das Angebot anschaulich als „Parship für Unternehmen“. Kommt ein Geschäft zustande, kann die Bank auch die Finanzierung begleiten.
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