HEALTH ECONOMY
Corona als Fake © APA/AFP/Noel Celis

Die Weltgesundheitsorganisation bittet Onlinekonzerne, Falschmeldungen einzudämmen und holt Hilfe bei Influencern.

© APA/AFP/Noel Celis

Die Weltgesundheitsorganisation bittet Onlinekonzerne, Falschmeldungen einzudämmen und holt Hilfe bei Influencern.

Redaktion 14.02.2020

Corona als Fake

Die WHO sagt Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus den Kampf an und will Fake News bremsen.

WIEN/GENF. Rund um das Coronoavirus blühen vor allem in Sozialen Medien derzeit die kuriosesten Falschmeldungen und Verschwörungstheorien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagt nun Falschinformationen den Kampf an. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte in Genf vor der Verbreitung von „Gerüchten” über die Atemwegserkrankung. Mitarbeiter der WHO seien rund um die Uhr im Einsatz, um im Internet kursierende Fehlinformationen ausfindig zu machen.

Angst durch Falschinfos

Fehlerhafte Empfehlungen zu Medikamenten oder Vorsorgemaßnahmen gegen das Virus könnten gesundheitsgefährdend sein, sagte Tedros. Falsche Informationen über das Virus würden für Verwirrung und Angst in der Bevölkerung sorgen. Die WHO arbeite mit Google zusammen, um sicherzustellen, dass bei Suchanfragen zum Coronavirus die Informationen der Weltgesundheitsorganisation als erstes Ergebnis angezeigt werden. Online-Netzwerke wie Twitter, Facebook, Tencent und Tiktok hätten ebenfalls Maßnahmen zur Eindämmung von Falschinformationen ergriffen. Über Instagram und YouTube habe die WHO zudem den Kontakt zu Influencern gesucht und darum gebeten, sachliche Nachrichten über das Virus zu verbreiten. „Der Fokus liegt dabei auf der Region Asien-Pazifik”, sagte Tedros.

Expertise aus Krems

Hilfe holt sich die WHO auch in Niederösterreich: Ein Team der Donau-Universität Krems wurde mit der Zusammenfassung von Studien zur neuartigen Lungenkrankheit beauftragt. Die „Rapid Response Team” genannte Notfalleinheit besteht einer Aussendung zufolge aus zehn wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studierenden. Angeführt wird die Truppe von Gerald Gartlehner, dem Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation an der Kremser Donau-Uni.

Als Ziel wurde ausgegeben, der WHO anhand evidenzbasierter Zusammenfassungen von wissenschaftlichen Studien belastbare Fakten und Entscheidungsgrundlagen zu liefern; Verschwörungstheorien und Falschinformationen soll so entgegenwirkt werden. Dabei ist für das Kremser Notfallteam die Zeit ein zentraler Faktor. (red)

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