„Zentrales Element im KI-Ökosystem”
© AI AT Krisztian Juhasz
Eröffnung AI:AT-Coworking Hub
INDUSTRIAL TECHNOLOGY Helga Krémer 06.03.2026

„Zentrales Element im KI-Ökosystem”

AI Factory Austria AI:AT eröffnet AI:AT Coworking Hub.

WIEN. Rund 300 Stakeholder aus Wirtschaft, Forschung und öffentlicher Verwaltung, darunter das Konsortium der AI Factory Austria AI:AT sowie Vertreter mehrerer europäischer AI Factories, kamen am 24. Februar 2026 zur Eröffnung des AI:AT Coworking Hub im Solaris in Wien-Landstraße und zur anschließenden Abendveranstaltung im Marx Palast zusammen. Damit wurde in Wien eine außergewöhnlich starke Präsenz des europäischen AI-Factories-Netzwerks an einem Ort sichtbar. Im Mittelpunkt standen der Aufbau souveräner KI-Fähigkeiten in Österreich, der praktische Zugang zu europäischen High-Performance-Computing-Ressourcen (EuroHPC) sowie der Transfer anspruchsvoller KI-Anwendungen in die Umsetzung.

Innovations- und Infrastrukturminister Peter Hanke anlässlich der Eröffnung: „Die AI Factory ist ein Meilenstein für die Stärkung von Österreichs digitaler Souveränität und ein zentrales Element im KI-Ökosystem des Innovationsstandortes Österreich. Wir schaffen damit ein wichtiges Angebot zur Beherrschung von KI-Technologien und der Umsetzung herausfordernder KI-Projekte und sichern für unsere Unternehmen, darunter viele KMU und Start-ups den Zugang zu KI-Hardware und Kompetenzen – beides ist zentral für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Österreich. Mit dem Coworking Hub bieten wir einen Trainingsraum, dessen Angebot von Einsteiger- und Executive-Formaten bis zu technischen Trainings reicht.“

Europäische Vernetzung und Praxisbeispiele
Die Abendveranstaltung verband politische Einordnung, europäische Perspektiven und Praxisbeispiele aus dem österreichischen KI-Ökosystem. Zugleich machte das Programm die Rolle von AI:AT als aktivem Vernetzer im europäischen Kontext sichtbar, indem Vertreter mehrerer AI Factories in Wien zusammenkamen und Erfahrungen aus ihren nationalen Umsetzungsmodellen einbrachten.

Eröffnet wurde das Programm durch die AI:AT Co-Leads Karl Kugler und Markus Stöhr, gefolgt von einem Eröffnungsinterview mit Innovationsminister Peter Hanke. AI:AT versteht sich als marktneutraler, unabhängiger Zugangspunkt für anspruchsvolle KI-Vorhaben und kombiniert Infrastrukturzugang, hands-on Expertise, Kompetenzaufbau und Ökosystem-Vernetzung, um KI-Anwendungen in der Praxis wirksam zu machen.

Eine internationale Perspektive lieferte die Keynote „How a Country Can Advance the Adoption of AI“ von Andreas Liebl (CEO, appliedAI Initiative). Im ersten Panel „Infrastructure, Transfer, and Sovereignty for Europe’s AI Competitiveness“ diskutierten Vertreter:innen aus Industrie, Forschung, Politik und der Europäischen Kommission unter anderem Kilian Gross (Director in DG Connect for the Directorate C „Enabling and Emerging Technologies”), Christoph Knogler (CEO KEBA Group AG und Leiter AI Taskforce der Industriellenvereinigung), Andreas Kugi (Scientific Director des AIT Austrian Institute of Technology und Mitglied des AI Factory Austria Governance Boards), Marta Sabou (Bilateral AI, Wirtschaftsuniversität Wien) und Henriette Spyra (BMIMI, Sektionschefin Sektion III „Innovation und Technologie“).

Den europäischen Vernetzungsgedanken griff der Fireside Chat „AI Factories in the Network“ auf. Matteo Angelinelli (IT4LIA/CINECA), Lucia Demovičová (Antenna Slovakia), Sašo Džeroski (Slovenian AI Factory, SLAIF) und Dennis Hoppe (HammerHAI) diskutierten konkrete Erfahrungen aus dem europäischen AI-Factories-Netzwerk. Damit wurde europäische Vernetzung nicht nur thematisiert, sondern im Rahmen der Veranstaltung auch konkret gelebt. Ergänzt wurde das Programm durch Praxisbeispiele aus dem Hub-Umfeld, darunter anyconcept (Leander Zaiser), NEOALP (Christian Tauber) und Sinntelligence (Matthias F. Brandstetter, Tomislav Autischer).

Erste Ergebnisse und messbarer Impact
Seit dem Start des Trainings- und Enablement-Angebots im Juli 2025 hat AI:AT erste belastbare Ergebnisse erzielt. Dazu zählen mehr als 20 durchgeführte Trainings mit mehr als 900 Teilnehmer:innen, die Begleitung von mehr als 40 Vorhaben und Organisationen, darunter Start-ups und Institutionen der öffentlichen Verwaltung, mehr als 10 gestartete Partnerschaften sowie 30 Veranstaltungen zur Stärkung der Community. Diese Zahlen unterstreichen den Anspruch von AI:AT, als marktneutraler, unabhängiger Zugangspunkt Orientierung, Infrastrukturzugang, Kompetenzaufbau und Vernetzung für anspruchsvolle KI-Vorhaben in Österreich zu ermöglichen.

AI:AT unterstützt Organisationen bereits heute beim Zugang zu europäischen Hochleistungsrechnern im EuroHPC-Ökosystem sowie bei der Einordnung und Begleitung rechenintensiver KI-Vorhaben im Zusammenspiel mit dem Ökosystem. Im Rahmen der Veranstaltung wurden dazu konkrete Praxisbeispiele aus dem Hub-Umfeld präsentiert, darunter anyconcept, NEOALP und Sinntelligence.

Stimmen aus der AI Factory Austria
„Die AI Factory Austria unterstützt Kunden als unabhängiger, vertrauenswürdiger Partner dabei, KI wirksam einzusetzen. Der AI:AT Coworking Hub im Solaris ist ein Ort, an dem Infrastruktur, Expertise und Zusammenarbeit zusammenkommen. Unser Auftrag ist es, wissenschaftliche Exzellenz in Anwendung, Wertschöpfung und gesellschaftlichen Nutzen zu überführen“, sagte Karl Kugler, Co-Lead AI Factory Austria, und betonte: „Wenn wir wollen, dass Österreich bei KI gestaltet und nicht nur beobachtet, dann braucht es starke Ökosysteme und Orte wie diesen, an denen sie zusammenkommen.“
Markus Stöhr, Co-Lead AI Factory Austria, ergänzte: „Über die EuroHPC-Systeme wird Hochleistungsrechnen heute breiter zugänglich, auch für KMU, Start-ups, Industrie und öffentliche Verwaltung. In der AI Factory Austria ist es unser Ziel, diesen Zugang mit möglichst geringen Hürden zu ermöglichen und Organisationen bei der praktischen Nutzung zu begleiten. Parallel dazu schaffen wir die Grundlage dafür, dass in Österreich künftig der gesamte KI-Lebenszyklus auf moderner Infrastruktur unterstützt werden kann, mit hohen Anforderungen an Datensouveränität und Sicherheit.“

Coworking und Community als nationaler Knotenpunkt
Der AI:AT Coworking Hub im Solaris ist als Arbeits- und Community-Ort konzipiert. Als physischer Knotenpunkt bietet er Raum für Projektteams, Partner und Austauschformate, von Meetups und Workshops bis hin zu Kooperationen zwischen Start-ups, Industrie, Forschung und öffentlicher Verwaltung. Aktuell arbeiten dort 67 Co-Workers aus 28 Unternehmen und fünf Branchen, bei insgesamt 94 verfügbaren Coworking-Plätzen. Gleichzeitig ist die AI Factory Austria bundesweit ausgerichtet. Das Konsortium umfasst zentrale Forschungs- und Innovationsakteure in Österreich, und AI:AT arbeitet mit relevanten Initiativen und Netzwerken im gesamten Land zusammen, um Nachfrage, Kompetenzaufbau und Umsetzungskapazitäten für KI breit zu verankern.

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