„‚Fluxion‘ wird der Star im Terminal 3“
© Flughafen Wien/Sarah Katharina
Beatrice Cox-Riesenfelder
MARKETING & MEDIA Redaktion 24.04.2026

„‚Fluxion‘ wird der Star im Terminal 3“

Airport Media-Leiterin Beatrice Cox-Riesenfelder über neue Werbeflächen und Trends am Flughafen Wien.

••• Von Jakob Klawatsch

Bis zum Start der Urlaubs-Hauptsaison sind es nur noch wenige Wochen und spätestens dann rücken Flughäfen wieder verstärkt in den Fokus internationaler Marken. Am Flughafen Wien wird aktuell an der Erweiterung des Terminal 3 gebaut. medianet hat dazu Beatrice Cox-Riesenfelder, Leiterin Airport Media, zum Interview gebeten.

medianet: Frau Cox-Riesenfelder, der Flughafen Wien baut aktuell aus. Was bedeutet die Erweiterung für den Werbebereich?
Beatrice Cox-Riesenfelder: Im Süden wird Terminal 3 deutlich erweitert. Es entsteht ein großer neuer Bereich mit Shops, Gastronomie und attraktiven Aufenthaltsflächen. Die Fertigstellung ist 2027 geplant – verbunden mit neuen, spektakulären Werbemöglichkeiten.

medianet: Was können sich Werbekunden konkret darunter vorstellen?
Cox-Riesenfelder: Wir entwickeln dort unter anderem eine große digitale Großfläche namens ‚Fluxion‘ – ein System aus vier Screens, das durch Bewegung und Dynamik auffällt. Der ‚Fluxion‘ wird der Star in diesem neuen Teil des Terminals sein.

medianet: Die Flächen sind noch nicht fertig. Können sie trotzdem schon gebucht werden?
Cox-Riesenfelder: Ja, denn große Marken müssen ihre Budgets langfristig planen. Für viele geht es hier weniger um klassischen Abverkauf, sondern um Prestige. Die großen Marken und Konzerne, gerade im Luxussegment, sind sehr interessiert daran, hier frühzeitig Bescheid zu wissen.

medianet: Blicken wir auf Ihr Gesamtangebot: Welche Werbeflächen gibt es aktuell am Flughafen Wien? Und wie viele davon?
Cox-Riesenfelder: Das ist schwer exakt zu beziffern, weil viele Werbeflächen digital sind. Alleine in der Gepäckausgabe-Halle haben wir 144 Screens in einer Halle. Insgesamt kommen wir auf über 600 Werbeflächen.
Dazu muss man sagen: Der Flughafen Wien ist weit mehr als nur die Terminals. Die gesamte Airport City umfasst Büros, Konferenzzentren, Retail-Flächen, Gastronomie und auch Industrie- und Logistikbereiche. Insgesamt sprechen wird von mehreren tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich täglich am Flughafen Wien und in der Airport City aufhalten, ohne zu fliegen.

medianet: Und welche Zielgruppen erreichen Sie mit der Vielzahl an Werbeflächen?
Cox-Riesenfelder: Das hängt stark vom Standort der Werbefläche ab. Natürlich sind Reisende am Flughafen zentral, sowohl Geschäftsreisende als auch Urlauber. Gleichzeitig erreichen wir aber auch Mitarbeiterinnen, Büroangestellte, Konferenzgäste oder Besucherinnen der Airport City.

medianet: Wir stehen mitten im Jahr 2026. Welche Trends sehen Sie aktuell in der Flughafenwerbung, etwa programmatische Buchungen?
Cox-Riesenfelder: Digital-Out-of-Home (DOOH) ist ein klarer Schwerpunkt, viele Flächen am Flughafen Wien wurden in den letzten Jahren digitalisiert. Programmatische Buchungen spielen bei uns aber eher eine untergeordnete Rolle, weil wir nicht viele Flächen haben, wo das kaufmännisch Sinn macht.

medianet: Gibt es auch Gegenbewegungen zum Digital-Trend?
Cox-Riesenfelder: Wir sehen derzeit wieder eine starke Nachfrage nach klassischen Großflächen wie dem Parkhaus, den Brücken in der Arrival Hall oder Skyboards. Im ersten Quartal dieses Jahres waren praktisch alle Großflächen ausgebucht, das hat es in dieser Form so noch nie gegeben. Marken erkennen scheinbar, dass langfristige Sichtbarkeit und Wiedererkennung extrem wertvoll sind.

medianet: Flughafenwerbung geht also eher wieder in Richtung langfristiges Branding statt kurzfristiger Kampagnen?
Cox-Riesenfelder:: Ja, wobei sich die Laufzeiten der Buchungen insgesamt verkürzt haben: Früher waren drei Jahre Standard, heute sind ein bis zwei Jahre die Regel.

medianet: Welche Branchen oder Marken sind aktuell besonders im Umfeld des Flughafens Wien präsent?
Cox-Riesenfelder:Früher waren große Elektronikkonzerne wie Samsung oder LG stark vertreten, heute sehen wir verstärkt europäische Automarken. Dazu kommen klassische Flughafenkunden wie Telekommunikationsanbieter, Kreditkartenunternehmen und natürlich Tourismus- und Kultureinrichtungen.

medianet: Wie steht es um die Präsenz von heimischen Playern?
Cox-Riesenfelder: Auch diese sind vertreten, vor allem im Kulturbereich. Institutionen wie das Schloss Belvedere, Staatsoper, die Albertina oder der Tiergarten Schönbrunn nutzen den Flughafen Wien gezielt, um internationale Gäste anzusprechen und gehören zu unseren treuesten Kunden. Aber auch Wiener Gastronomiebetriebe sind präsent.

medianet: Nachhaltigkeit ist in der Werbe- und Kommunikationsbranche ein großes Thema. Wie gehen Sie mit der Verantwortung um?
Cox-Riesenfelder: Der Flughafen Wien setzt insgesamt stark auf Nachhaltigkeit, etwa durch eigene Stromproduktion. Im Werbebereich achten wir darauf, energieeffiziente Technologien einzusetzen. Die digitalen Flächen werden deshalb regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht, und wir reduzieren den Energieverbrauch, indem wir die Screens nachts abschalten.

medianet: Frage zu Schluss: Wann wäre die Erweiterung des Terminal 3 für Sie als Leiterin der Airport Media ein Erfolg?
Cox-Riesenfelder: Unser Ziel ist es, noch mehr Passagiere über den Hub Wien zu führen und damit die gesamte Wertschöpfung zu stärken – von der Gastronomie über Handel bis Werbung. Wenn unsere Flächen von starken Marken gebucht werden und diese damit glücklich sind, dann bin ich es auch.

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