Logistik Dialog 2026
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INDUSTRIAL TECHNOLOGY Redaktion 22.05.2026

Logistik Dialog 2026

BVL fordert mehr Wettbewerbsfähigkeit, Infrastruktur und strategische Resilienz.

WIEN. Die globalen Lieferketten sind längst zu einem entscheidenden Faktor für Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und geopolitische Handlungsfähigkeit geworden. Anlässlich der Eröffnung des 41. Logistik Dialogs der BVL Österreich warnte BVL-Präsident Roman Stiftner davor, die Logistik weiterhin nur als operative Dienstleistung zu verstehen. Sie sei heute kritische Infrastruktur, Standortfaktor und strategische Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft.

„Früher wurde über klassische Zölle diskutiert. Heute entscheiden Exportkontrollen, Rohstoffzugänge und technologische Abhängigkeiten über wirtschaftliche Handlungsspielräume“, so Stiftner. Europa müsse seine industrielle Basis stärken und dürfe im globalen Wettbewerb nicht zwischen den großen Machtblöcken USA und China aufgerieben werden.

Wettbewerbsfähigkeit braucht Infrastruktur und Investitionen
Aus Sicht der BVL Österreich steht Europa vor einer entscheidenden wirtschafts- und industriepolitischen Phase. Entscheidend seien leistungsfähige Verkehrs-, Energie- und Digitalinfrastrukturen, schnellere Genehmigungsverfahren, wettbewerbsfähige Energiepreise, technologische Innovationskraft sowie ein unternehmerfreundlicheres Umfeld.

„Man kann Wohlstand nicht herbeiregulieren. Wettbewerbsfähigkeit entsteht durch Innovation, Investitionen und funktionierende Infrastruktur“, erklärte Stiftner.

Europa muss strategisch handlungsfähig bleiben
Die BVL sieht in resilienten Liefer- und Wertschöpfungsketten eine zentrale Voraussetzung für Europas wirtschaftliche Zukunft. Dabei gehe es nicht um Abschottung, sondern um kluge Diversifizierung, neue Partnerschaften und offene Handelsbeziehungen.

„Resilienz bedeutet nicht Rückzug aus der Welt“, betonte Stiftner. „Europa braucht Offenheit für Handel, technologische Stärke und den Mut, wieder stärker wirtschaftlich und strategisch zu denken.“

Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass Stabilität, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit keine Selbstverständlichkeiten mehr seien. „Die Zukunft gehört den resilientesten Systemen“, so Stiftner.

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