Die Küche als Wohnraum
© Saverio Lombardi Vallauri
106 Marken waren auf der EuroCucina 2026 vertreten. Und trotz aller Unterschiede herrscht in einem Punkt weitgehend Einigkeit: Die Küche wird immer stärker mit den angrenzenden Räumen verbunden.
LUXURY BRANDS&RETAIL Redaktion 10.07.2026

Die Küche als Wohnraum

Kurven statt Kanten, mehr Farbe und Struktur und immer smartere Technik, die sich aber nicht in den Vordergrund spielt.

MAILAND. Mein Haus, mein Auto, meine Yacht – in die Liste der Statussymbole gehört längst auch die Küche Auf der EuroCucina, die dem zweijährigen Turnus gemäß heuer wieder Teil des Messe- und Design Week-Rummels in Mailand war, wurde gezeigt, was die Trends sind.

Offene Architektur …
Große Überraschungen oder gar radikal neue Ansätze gab es nicht, vielmehr kristalliert sich – wie sich an den aktuellen Kollektionen erkennen lässt – der schon länger herrschende Megatrend: die Küche als Dreh- und Angelpunkt des Heims. Grundrisse, die nahtlos in die angrenzen Räume übergehen. Der cleane Look der Postpandemie-Jahre ist passé. Sanft gerundete Kanten, struktuierte Fronten, mehr Farbe – vor allem warme Nuancen wie erdiges Braun und Ocker, Bordeaux oder ein gedecktes Grün – rücken stärker in den Fokus. Ebenso Holz, Naturstein oder Keramik. Damit kombiniert verliert auch Edelstahl seine kühle Strenge.

… im großen Stil …
Im Trend liegen intelligente Geräte: Kühlschränke, die Lebensmittel erkennen, Rezepte vorschlagen und Einkaufslisten in der Cloud organisieren, Backöfen, die die Gartemperatur und -dauer auf das jeweilige Gericht und die Vorlieben des Nutzers abstimmen, oder Geschirrspüler, die Spülmittel selbst dosieren, sich selbst reinigen und ihre Nutzer benachrichtigen, wenn doch einmal ein menschlicher Eingriff erforderlich ist.

Energieeffizienz, mittlerweile ein verbindlicher Standard, wird mit raffinierter Ästhetik kombiniert. Technik wird Teil der Einrichtung, und Sprachsteuerung sowie berührungslose Bedienoberflächen runden ein Benutzererlebnis ab, das zunehmend nahtlos und elegant ist.

Zwar waren die Präsentationen am Messegelände ebenso wie in den Markenshowrooms oder eleganten Mailänder Palazzi alle sehr großflächig angelegt. Die Hersteller von Küchenmöbeln und Geräten sind sich aber bewusst, dass oft deutlich weniger Platz zur Verfügung steht.

… oder im Miniformat
Mit „Miele Compact Living: Kitchen Unit powered by Hettich“ stellten Miele und Hettich eine multifunktionale Lösung vor, die Arbeitsplatz, Küche und Essbereich in einem transformierbaren Möbel vereint. Damit will man Architekten, Planern und der Möbelindustrie Impulse für die Diskussion über zukunftsfähige Konzepte für kompaktes Wohnen geben.

Das Exponat besteht aus zwei Hochschränken mit integrierten Küchengeräten sowie einer vorgelagerten, höhenverstellbaren Arbeits- und Tischfläche. Die Geräte bewegen sich bei Bedarf nach vorne und verschwinden bei Nichtgebrauch wieder im Möbel. Dadurch entsteht in Sekundenschnelle ein Wechsel zwischen offener Funktionszone und geschlossener Front. Die technologische Grundlage bilden Beschlaglösungen von Hettich: das Dreh-Schwenk-System FurnSpin – erstmals in dieser Anwendung elektrifiziert –, elektrisch angetriebene Schubkästen sowie das Hubsäulensystem LegaDrive. Die Steuerung erfolgt über vordefinierte Szenarien per App oder per Funktaster.

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