Aus einer Hand
© Bernhard Eder
Peter Strutz
MARKETING & MEDIA Redaktion 22.05.2026

Aus einer Hand

„Seven.One Austria schafft Identifikation“, so Peter Strutz, Commercial Director, über die neue Struktur.

•• Von Dinko Fejzuli

Mit Seven.One Aus­tria führte die ProSiebenSat.1 Puls 4-Gruppe kürzlich eine einheitliche Vermarktungsmarke für den österreichischen Werbemarkt ein.Die neue Markenidentität umfasst den gesamten Ad-Monetization-Bereich des Unternehmens und vereint die Bewegtbild-Power von elf TV-Sendern, der Streamingplattform Joyn sowie des digitalen Vermarktungs-Partnernetzwerks. medianet bat dazu Commercial Director Peter Strutz, der den gesamten Sales Bereich verantwortet, um ein paar Antworten

medianet: Herr Strutz, ihre Sendergruppe bündelt die Vermarktung unter dem Namen Seven.One Austria. Diese gab es bereits früher. Warum war jetzt der richtige Zeitpunkt, diesen Namen wieder zurückzubringen?
Peter Strutz: Die Rahmenbedingungen im Markt verändern sich laufend: Bewegtbild wird heute plattformübergreifend gedacht, geplant und gebucht. Genau den Fokus legen wir bereits seit einem Jahr mit unserer Kundenstrategie #OneSales. Kunden erwarten einfache Zugänge, klare Absender und integrierte Lösungen. Mit Seven.One Austria bündeln wir unsere gesamte Vermarktungskraft unter einem starken, international verständlichen Namen. Wir machen sichtbar, was operativ längst Realität ist: ein gemeinsames, schlagkräftiges Bewegtbild‑Ökosystem aus TV, Streaming, Digital und Social Media – lokal verankert und wichtig: europäisch vernetzt. Der neue Name verbindet uns noch stärker mit der internationalen Seven.One Struktur.

medianet: Was soll die neue Marke Seven.One Austria im Markt künftig stärker ausdrücken als der bisherige Auftritt?
Strutz: Seven.One Austria steht noch klarer für gebündelte Reichweite, starke Inhalte und messbare Werbewirkung. Gleichzeitig bauen wir auf eine starke Marke auf: Seven.One steht im Markt seit Jahrzehnten für ein klares Qualitäts- und Leistungsversprechen. Genau diese Stärke tragen wir nun konsequent in einer gemeinsamen österreichischen Markenwelt weiter. Die neue Marke macht sichtbar, wofür wir als Unternehmen stehen: ein Ansprechpartner, ein Dach, eine gemeinsame Vermarktungslogik über alle Screens hinweg. Gleichzeitig unterstreicht Seven.One Austria unseren Anspruch, nicht nur Vermarkter zu sein, sondern strategischer Wachstums- und Lösungspartner für Kunden und Agenturen. Wir verbinden lokale Handschlagqualität mit der internationalen Stärke und Innovationskraft der MFE-Gruppe – und schaffen damit ein noch schärferes Profil im Markt.

medianet: Sie bündeln nun TV, Streaming, Digital und Social Media unter einem gemeinsamen Vermarktungsdach. Wie stark verändert das die tägliche Zusammenarbeit mit Kunden und Agenturen?
Strutz: Sehr deutlich. Für Kunden wird Planung einfacher und Kampagnen werden wirksamer. Sie bekommen integrierte Konzepte weiterhin aus einer Hand. Intern sorgt das gemeinsame Dach für klare Prozesse und stark vernetzte Teams.

medianet: Welche Rolle spielt Joyn Österreich innerhalb der neuen Markenstrategie von Seven.One Austria?
Strutz: Joyn ist unsere zentrale digitale Plattform. Sie vereint Premium‑Live‑TV, On‑Demand‑Inhalte und lokale österreichische Angebote mit rund 1,5 Millionen monatlichen Nutzern und einer Bekanntheit von 86 Prozent. Für Werbekunden bedeutet das hochwertige, markensichere Umfelder, präzises Targeting und skalierbare Reichweite. Joyn steht exemplarisch für den Wandel vom Sender‑ zum Plattformdenken.

medianet: Der neue Auftritt orientiert sich stärker an der internationalen Seven.One-Struktur des Konzerns. Wo profitieren österreichische Werbekunden konkret von dieser europäischen Vernetzung?
Strutz: Sie profitieren von gemeinsamen technologischen Standards, europäischen Cases, Know‑how‑Transfer und – wo gewünscht – von grenzüberschreitenden Kampagnen. Gleichzeitig bleibt die Umsetzung stark lokal geprägt. Diese Kombination aus europäischer Größe und österreichischer Marktkenntnis ist unser Wettbewerbsvorteil.
Wir erreichen in Europa mit unseren Marken & Plattformen mehr als 200 Millionen Menschen!

medianet: Sie sprechen von ‚maximaler Vermarktungspower‘. Welche Bereiche wachsen denn derzeit aus Ihrer Sicht besonders stark – klassisches TV, Streaming oder digitale Werbeformen?
Strutz: Bewegtbild insgesamt. Klassisches TV bleibt ein stabiler Reichweitenanker, Streaming wächst dynamisch und digitale Videolösungen gewinnen weiter an Bedeutung – vor allem dort, wo Daten, Kontext und Qualität zusammenspielen. Entscheidend ist nicht das Gegeneinander der Kanäle, sondern ihr Zusammenspiel.

medianet: Wie wichtig sind in Zeiten globaler Plattformen lokale Inhalte, österreichische Marktkenntnis und persönliche Betreuung heute noch als Wettbewerbsvorteil?
Strutz: Mehr denn je. Globale Reichweite allein reicht nicht. Mehr als 75 Prozent der angebotenen Videoinhalte auf Joyn sind lokale österreichische Inhalte. Entscheidend sind lokale Relevanz, österreichische Inhalte, Marktverständnis und persönliche Beratung. Genau hier liegt unsere Stärke: Premium‑Content in markensicheren Umfeldern, kombiniert mit Nähe, Handschlagqualität und tiefem Verständnis für den heimischen Markt.

medianet: Sie haben im April vergangenen Jahres die Gesamtleitung Sales TV & Digital in Österreich übernommen. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz nach diesem ersten Jahr aus und was waren die bisher wesentlichen Dinge, die sie umsetzen konnten?
Strutz: Es war ein unglaublich intensives, aber gleichzeitig auch sehr motivierendes erstes Jahr. Besonders stolz bin ich auf das Team: wie offen, engagiert und lösungsorientiert alle diesen Veränderungsprozess mitgetragen haben. Wir haben Strukturen vereinfacht, Bereiche enger zusammengebracht und den Kundenservice konsequent verbessert. Was mich persönlich besonders freut: Trotz aller Veränderungen haben wir den Fokus nie verloren, gemeinsam mit und für unsere Kunden und Agenturpartner starke Ideen umzusetzen. In den vergangenen Monaten sind viele richtig spannende und kreative Cases entstanden, die gezeigt haben, welches Potenzial in integrierten Lösungen steckt, wenn Teams eng zusammenarbeiten. Seven.One Austria ist für mich deshalb weit mehr als ein neuer Markenauftritt. Die Marke macht sichtbar, was intern bereits entstanden ist: ein modernes, gemeinsames Verständnis für die Kundenbedürfnisse, starke Inhalte, starke Menschen und ein klarer Anspruch, unseren Markt aktiv mitzugestalten.

medianet
: Wenn Sie derzeit mit Werbekunden und Agenturen sprechen: Welche Erwartungen haben sich in den vergangenen Jahren aus Ihrer Sicht am stärksten verändert?
Strutz: Klarheit, Geschwindigkeit und Messbarkeit. Kundinnen und Kunden wollen heute einfache Strukturen, transparente Leistungsversprechen und Lösungen, die wirken – kanalübergreifend und datenbasiert. Gleichzeitig steigt der Anspruch an Beratung und strategische Begleitung. Darauf haben wir uns mit Seven.One Austria gezielt eingestellt.

medianet: Welche Bedeutung hat die neue Markenstruktur intern – also auch für die Zusammenarbeit der Teams und die gemeinsame Vermarktungsstrategie innerhalb der Gruppe?
Strutz: Eine sehr große. Seven.One Austria schafft Identifikation, ein gemeinsames Verständnis von Vermarktung, zahlreiche Synergien im Konzernverbund. Das stärkt nicht nur die Effizienz, sondern auch den Stolz auf die eigene Leistung.

medianet: Welche Meilensteine oder Veränderungen konnten Sie in den vergangenen zwölf Monaten bereits umsetzen, auf die Sie besonders stolz sind?
Strutz: Auf die konsequente Zusammenführung von TV‑ und Digital‑Sales – #OneSales, aktuell den erfolgreichen Launch von Seven.One Austria, starke neue Partnerschaften wie Dazn. Es gibt viele kleine und große Erfolgsmomente für uns und wir freuen uns über jeden einzelnen als Team, weil wir sehen, dass unsere Strategie funktioniert.

medianet: Zum Schluss ein Kurzer Blick zurück, aber in Wahrheit auch nach vorne. In einer Aussendung aus 2008 anlässlich des damals zehnten Geburtstages der Seven One Austria sprach man auch damals davon, junge Zielgruppen dort abzuholen, wo sie sich gerade befinden – damals war das Internet noch Zukunftsvision. Heute sagen junge Nutzer oft nicht mehr, auf welchem Sender sie etwas gesehen haben, sondern einfach nur noch: ‚auf Joyn‘. Ist genau dieser Wandel vom Sender- zum Plattformdenken das Ziel Ihrer Strategie?
Strutz: Absolut. Dass Nutzerinnen und Nutzer heute sagen ‚ich habe es auf Joyn gesehen‘, ist ein klarer Beleg dafür. Unsere Strategie folgt genau diesem Wandel – ohne unsere starken TV‑Marken aufzugeben, sondern sie in ein plattformübergreifendes Ökosystem zu überführen.

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