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MARKETING & MEDIA Redaktion 29.05.2026

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Der KI-Goldrausch stößt auf ein Margenproblem: Wie verwandelt man Euphorie in Euros?

Leitartikel  ••• Von Sabine Bretschneider

HEILSVERSPRECHEN. KI ist das ultimative Effizienzversprechen, die Marienerscheinung der Profitmaximierer. Sie soll Prozesse beschleunigen, Kunden beglücken, Produkte „klüger“ machen und Unternehmen produktiver. Kaum ein Strategiepapier kommt noch ohne Künstliche Intelligenz aus, kaum ein Vorstand ohne die Ansage, die Technologie nun „in die Breite“ zu bringen. Nur eine Frage wird in der kommerziellen Euphorie derzeit erstaunlich selten gestellt: Wer soll das bezahlen?

Denn KI funktioniert wirtschaftlich anders als viele gängige digitale Geschäftsmodelle. Klassische Softwarefeatures werden einmal entwickelt und lassen sich danach vergleichsweise günstig skalieren. KI legt darüber jedoch eine neue Kostenlogik. Jede Abfrage, Analyse oder automatisierte Interaktion erzeugt zusätzlichen, teuren Rechenaufwand. Nutzung ist damit nicht nur ein Erfolgssignal, sondern zugleich ein brisanter Kostentreiber.

Eine aktuelle globale Studie des schwedischen Softwareunternehmens DigitalRoute zeigt jetzt, wie groß die Lücke zwischen Ambition und kaufmännischer Realität ist: Viele Unternehmen skalieren Funktionen, deren laufende Kosten sie kaum beziffern können – bei 92% der Befragten fehlt die volle Kostentransparenz. Das ist kein Detail für das Controlling, sondern eine weit offene Flanke im Geschäftsmodell. Damit droht ausgerechnet die Technologie, die Effizienz in Reinkultur verspricht, zur betriebswirtschaftlichen Blackbox zu werden.

Ein kurzer Ausflug in ein Standardwerk zur Künstlichen Intelligenz („Artificial Intelligence: A Modern Approach“): Die Einordnungsdimensionen nach Russell und Norvig definieren die „Intelligenz“ im Künstlichen nach den Kriterien Nachbildung menschlichen Verhaltens und Denkens sowie Nachbildung rationalen Denkens und rationalen Verhaltens. Wer sich aber tatsächlich traut, die Begriffe „menschlich“ und „rational“ im selben semantischen Koordinatensystem zu verorten, unternimmt ohnehin einen Hochseilakt. Was soll da noch schiefgehen?

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