WIEN. Digitalisierung ist für österreichische Mittelstandsunternehmen zunehmend zentral für Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Innovation. Laut der aktuellen EY-Studie messen 82 % der befragten Betriebe digitalen Technologien eine mittelgroße bis sehr große Bedeutung für ihr Geschäftsmodell bei. 38 % sehen sogar einen sehr hohen Stellenwert – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.
Die Bedeutung digitaler Technologien variiert nach Branche: Finanzdienstleister (55 %), Tourismus sowie Transport/Energie (43 %) und Gesundheits- bzw. Life-Sciences-Unternehmen (39 %) bewerten sie am höchsten. Größere Unternehmen mit über 30 Mio. Euro Jahresumsatz messen der Digitalisierung noch stärkere Bedeutung zu als kleinere Betriebe.
Ein besonderer Trend zeigt sich beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz: 43 % der Mittelstandsunternehmen setzen KI bereits ein, bei Betrieben über 30 Mio. Euro Umsatz liegt der Anteil bei 70 %. Weitere 12 % planen den Einsatz in naher Zukunft. „Der sprunghafte Anstieg belegt, dass KI mittlerweile im Alltag vieler Unternehmen angekommen ist. Entscheidend wird nun sein, KI nicht nur punktuell einzusetzen, sondern mit klaren Prioritäten zu skalieren – etwa in Bereichen wie Kundenservice, Wissensmanagement, Prozessautomatisierung oder Qualitätssicherung“, sagt Susanne Zach, Leiterin Data & AI bei EY Österreich.
Trotz der hohen Relevanz digitaler Technologien verfügen erst 22 % der Unternehmen über eine eigenständige Digitalstrategie. 33 % nennen Investitionshemmnisse, vor allem fehlendes Personal und begrenzte Budgets, während zwei Drittel keine Barrieren sehen.
Die Rahmenbedingungen für Digitalisierung werden leicht positiver bewertet: 40 % der Unternehmen sehen sie als gut oder eher gut. Größter Schulungsbedarf besteht bei Datensicherheit/Cybersecurity, gefolgt von Prozessautomatisierung und digitalen Tools. Unternehmen setzen vor allem auf Trainings und Neueinstellungen, um Kompetenzlücken zu schließen und Transformationstempo zu erhöhen. (red)
