WIEN. Die Studie „Marketing Agenda 2026“ der European Marketing Confederation (EMC) beleuchtet Prioritäten und Herausforderungen europäischer Marketingverantwortlicher. Für die achte Ausgabe wurden rund 1.800 Marketingentscheider in 13 europäischen Ländern befragt, darunter 160 aus Österreich. Die Aufbereitung der Österreich-Ergebnisse erfolgte durch die Austrian Marketing Confederation (AMC) und den Marketing Club Österreich (MCÖ).
Mit 52 Prozent liegt der Fokus österreichischer Unternehmen auf Sales- und Performance-Marketing deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 43 Prozent. Künstliche Intelligenz (25 Prozent) und Digital Marketing (38 Prozent) gewinnen zusätzlich an Bedeutung.
Speed Leadership und KI-Hürden
Als zentrales Zukunftsthema identifiziert die Studie „Speed Leadership“: Geschwindigkeit, Experimentierfreudigkeit und Entscheidungsfähigkeit unter Unsicherheit gelten zunehmend als Wettbewerbsfaktoren. Trotz der strategischen Relevanz von KI befindet sich die Mehrheit der Unternehmen in einer frühen Umsetzungsphase. 41 Prozent der österreichischen Marketingverantwortlichen nennen mangelndes Wissen als zentrale Hürde – deutlich mehr als im europäischen Durchschnitt.
Weitere Herausforderungen bestehen bei der Konsolidierung verteilter Kundendaten, bei CRM-Systemen und der Umsetzung einer konsistenten Customer Experience. Gleichzeitig gelten genau diese Bereiche als Voraussetzung für einen erfolgreichen KI-Einsatz.
Zur Budgetlage: Während europaweit 33 Prozent steigende Marketingbudgets erwarten, rechnen in Österreich 27 Prozent mit Kürzungen. „Die Marketing Agenda 2026 zeigt, dass Österreichs Marketingentscheiderinnen und -entscheider vor einer doppelten Herausforderung stehen: Sie müssen messbare Ergebnisse liefern und gleichzeitig die Grundlagen für KI, Datenqualität und Customer Experience schaffen. Bei aller technologischen Entwicklung gilt außerdem, dass die Markenstärke der wichtigste Wettbewerbsvorteil in einer immer austauschbareren Welt bleibt“, sagt Andreas Ladich, Präsident des Marketing Club Österreich.
Und Willy Lehmann, Präsident der Austrian Marketing Confederation (AMC), gibt zu bedenken: „Die Marketing Agenda 2026 macht sichtbar, dass Marketing an einem Wendepunkt steht. Durch künstliche Intelligenz, Automatisierung und das veränderte Kaufverhalten wächst der Einfluss des Marketings auf die Wertschöpfung kontinuierlich. Marketing entwickelt sich zum zentralen Treiber von Wachstum und Unternehmenserfolg.“