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ORF 2 zeigt Premiere der Strauss-Oper am Samstag © ORF/Ali Schaffner

ORF-Kulturchef Martin Traxl

© ORF/Ali Schaffner

ORF-Kulturchef Martin Traxl

Redaktion 26.07.2018

ORF 2 zeigt Premiere der Strauss-Oper am Samstag

Salzburger Festspiele: Die "Salome"-Übertragung als Frage des Lichts.

SALZBURG/WIEN. Am Samstag naht mit "Salome" die erste Oper der Salzburger Festspiele 2018, die auch vom ORF übertragen wird. Dirigent Franz Welser-Möst, der die Strauss-Oper erstmals bei einer szenischen Produktion dirigiert, zeigte sich am Mittwoch an der Seite von TV-Regisseur Henning Kasten angetan von der Zusammenarbeit mit Romeo Castellucci. Besonders angetan zeigte er sich von der Salome-Sängerin Asmik Grigorian. Diese zeige einen unglaublichen Einsatz und sei selbst nach sieben Stunden Probe nicht müde.

Generell sei er froh, wie viel Zeit man sich hier in Salzburg nehmen könne, schließlich liefere man hier nicht nur einfach etwas ab, sondern es ginge darum, das etwas in der Zeit vor der Premiere „entsteht“.

ORF überträgt Salome-Premiere
Die erste Oper der Festspielausgabe 2018 übrigens, die im ORF zu sehen ist, wird eben diese Richard Strauss' "Salome" in der Regie von Romeo Castellucci sein, die am Premierensamstag (28. Juli) live-zeitversetzt ab 21.55 Uhr in ORF 2 gezeigt wird (bevor 3sat sie am 11. August wiederholt).

Ganz im Sinne der Bühnenregie sieht indes ORF-Regisseur Henning Kasten seine Arbeit für die Übertragung am Samstag: "Unsere Aufgabe ist, eine Inszenierungsidee umzusetzen. Da sind wir der Diener und nicht der Sparringpartner." Dabei sei Castelluccis Werk mit Figuren in diffusem Licht für die Kameras durchaus herausfordernd. Auch stelle sich natürlich wie stets die Frage, was man bei den großen Tableaus der Inszenierung in Nahaufnahme zeige: "Die Entscheidung eines Bildregisseurs ist nicht die für eine Einstellung, sondern gegen alle anderen."

Nicht zu sehen sein wird dabei hoffentlich das Missgeschick aus den Proben, als ein Pokal des Herodes in den Orchestergraben fiel. Nun werden die Absicherungen verstärkt, damit sich die Musiker auf ihre Partituren konzentrieren können, ohne Angst vor Beschuss von oben zu haben.

Welser-Möst beschäftigt sich indes wenig mit der Frage, ob ein Abend mitgeschnitten wird oder nicht: "Das Fernsehen hat eigentlich überhaupt keinen Einfluss auf mich." Er hasse es ohnedies, eigene Aufnahmen von sich zu hören und überprüfe meist nur die Abmischung: "Ich würde nur darunter leiden."

Selbst ist der Dirigent übrigens etwas lädiert, da sein Zeigefinger der rechten Hand aufgrund eines Knorpelschwundes eingegipst ist. "Ich habe das Alter erreicht, in dem man auf das Ersatzteillager zurückgreifen muss", zeigt sich der Maestro aber entspannt im Umgang mit den körperlichen Leiden und fokussiert stattdessen auf andere Effekte der fortgeschrittenen Lebenserfahrung: "Je älter ich werde, desto mehr liebe ich diesen Strauss." Er sei einfach ein hochgebildeter Mensch gewesen, dessen Musik man transparent und vorsichtig interpretieren müsse, nicht alle Knöpfe bedienen dürfe: "Sonst ist schnell die Gefahr da, dass diese Musik billig wirkt.

Da füge sich die reduzierte Interpretation des Regiemeisters Romeo Castellucci perfekt ein, so Welser-Möst: "Ich bin sehr angetan von diesem minimalistischen Konzept." Würde auf der Bühne ein Jahrmarkt veranstaltet, schlüge sich das nur mit den Klängen aus dem Graben. Der Auteur Castellucci, der wie immer auch für Licht, Kostüme und Bühne seiner Produktion verantwortlich zeichnet, sei dabei alles andere als unzugänglich in der Diskussion. "Er kommt mit starken Bildern daher - innerhalb derer ist aber sehr viel möglich." Er persönlich bevorzuge diese Art von Regisseuren, mit denen man sich auseinandersetzen könne, um gemeinsam die Dinge zu entwickeln.

Zauberflöte ebenfalls im ORF zu sehen
In der Woche darauf folgt dann die Salzburger Eröffnungsoper, Mozarts "Zauberflöte", deren Aufführung am 4. August live-zeitversetzt ab 20.15 Uhr in ORF 2 übertragen wird.

Die Frage letztendlich, was von den Festspielen im ORF zu sehen ist entscheiden der ORF und die Festspiele gemeinsam, wobei der ORF einen Vorschlag macht, was man gerne den Zusehern und Zuseherinnen präsentieren würde, und bisher gab es noch nie Problem seitens der Festspielleitung, diese Wünsche auch zu erfüllen, so ORF Kulturchef Martin Traxl gegenüber medianet. 

Für den ORF sind die Salzburger Festspiele im sommerlichen Kultur-Festspielbetrieb insgesamt der größte Einsatz dieser Art, sowohl personell als auch inhaltlich, bespielt man doch quasi trimedial nicht nur neben dem ORF-Hauptprogramm auch ORF III, sondern auch via orf.at und dem Radio gleich drei Plattformen, um den Zusehern, Usern und Hörern möglichst viel Salzburger Festspiele präsentieren zu können. (fej)

 

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