WIEN. Unternehmen agieren zunehmend in einem Umfeld, das nicht mehr von planbarer Stabilität, sondern von dauerhafter Unsicherheit geprägt ist. Am 25. Juni widmete sich die Senat-Lounge des Senat der Wirtschaft gemeinsam mit Partner Aon Austria unter dem Titel „Risiken neu denken: Was Top-Entscheider 2026 wissen müssen“ den zentralen Fragen eines sich wandelnden Risikomanagements. Im Fokus standen Cyberrisiken, geopolitische Entwicklungen und regulatorische Komplexität.
Grundlage bildeten die Ergebnisse des Aon Global Risk Management Survey 2025, einer weltweiten Befragung von rund 3.000 Entscheidungsträgern aus 63 Ländern. Wie in den Vorjahren stehen Cyber-Risiken weltweit und in Österreich an erster Stelle, gefolgt von Betriebsunterbrechungen, Rohstoffpreisen und Lieferkettenstörungen.
Risiko als neue Rahmenbedingung
Mahdi Allagha, Mitglied der Geschäftsleitung des Senat der Wirtschaft, beschrieb den Perspektivwechsel: „Risiken sind heute kein Ausnahmezustand mehr, sondern der Rahmen, in dem wirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden.“ Senator Harald Luchs, Geschäftsführer von Aon Austria, ergänzte, in Österreich zeige sich zusätzlich eine deutliche Häufung von Projektrisiken.
Benita Ferrero-Waldner, Präsidentin des Senat der Wirtschaft und ehemalige EU-Kommissarin, betonte in ihrer Keynote die Bedeutung geopolitischen Weitblicks für unternehmerische Souveränität. „Das bedeutet, dass geopolitische Zusammenhänge systematisch in strategische Entscheidungsprozesse einbezogen werden müssen, da sie unmittelbare Auswirkungen auf unternehmerische Handlungsspielräume haben“, so Ferrero-Waldner. In der von Senator Helmut Schoba moderierten Podiumsdiskussion sprach Senator Martin Kreuzer, CEO der K-Industries Gruppe, über die praktischen Konsequenzen: „Entscheidend ist, unter unvollständigen Informationen strukturiert Entscheidungen treffen zu können.“
Den Abschluss setzte Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senat der Wirtschaft, mit einem Plädoyer für starke Netzwerke: „Resilienz entsteht dort, wo Austausch funktioniert und Verantwortung geteilt wird.“ (red)