WIEN. Die Anzahl der in Österreich transportierten Pakete ist im Vorjahr erneut gestiegen. Damit Kunden die Pakete abseits von üblichen Öffnungszeiten abholen können, setzen die Anbieter von Postdiensten verstärkt auf Abholstationen und Paketboxen. Das Angebot an Paketboxen wurde im Vorjahr mehr als verdoppelt, teilte Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post, am Montag in einer Aussendung mit.
Mit rund 451,4 Millionen Paketen wurden im Jahr 2025 in Österreich um 5 Prozent mehr Pakete befördert als ein Jahr zuvor. Davon gingen jedoch nur 35,8 Millionen ins Ausland, etwa 415,6 Mio. Pakete wurden in Österreich zugestellt. Um die Sendungen jederzeit und rasch zustellen zu können, etablierten sich bereits in den vergangenen Jahren sogenannte Abholstationen in diversen Geschäften sowie Paketboxen, wo Kunden rund um die Uhr ihre Pakete abholen können. Ende vergangenen Jahres gab es hierzulande 6.860 Paketboxen - mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor, geht aus dem RTR Post Monitor hervor.
"Diese Entwicklung verdeutlicht aber auch, dass dieses Versorgungsangebot von den Konsumentinnen und Konsumenten bereits gut angenommen wird", wird Steinmaurer in der Aussendung zitiert. "Das ist auch bei Überlegungen zu einem neuen Postmarktgesetz und in der angekündigten EU Verordnung mitzubedenken."
Kurzfristige Trendwende
Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die geplanten Steuern und Abgaben für Pakete auswirken werden. Die Post verzeichnete heuer im Juli bei den Paketen aus Asien einen Rückgang um rund 40 Prozent. Die Europäische Union führte mit 1. Juli eine Paketabgabe von 3 Euro für Pakete unter 150 Euro ein. Ab November soll zudem für Kleinpakete aus Drittstaaten eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro eingehoben werden. Und Österreich plant eine Abgabe in Höhe von 2 Euro für Onlinehändler mit mehr als 100 Mio. Euro Jahresumsatz. Post-Chef Walter Oblin geht davon aus, dass vor allem asiatische Anbieter den europäischen Markt von Lager in der EU aus beliefern würden - und damit die EU-Abgabe nicht zu entrichten hätten.
Ein weiterer Trend zeichnete sich beim Briefverkehr ab: Hier gingen die Sendungen im Jahresabstand um 8,5 Prozent auf rund 465 Millionen Briefe zurück. Hier verwies die RTR zur Begründung auf rückläufige Werbesendungen, den Ersatz von Briefen durch E-Mails oder Chatnachrichten sowie auf mehr E-Government-Anwendungen.
Von den rund 440.000 im Vorjahr eingebrachten Beschwerden betrafen knapp 55 Prozent die Kategorie Paket und 20 Prozent die Kategorie Brief. (APA)