WIEN. Anlässlich der Weltstillwoche zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Herstellers MAM Babyartikel und des Marktforschungsinstituts TQS Vorbehalte gegenüber dem Stillen im öffentlichen Raum in Österreich. Laut der Erhebung unter 1.000 Personen lehnt knapp jede fünfte befragte Person öffentliches Stillen ab dem ersten Geburtstag des Kindes ab.
Der Erhebung zufolge gaben 39 Prozent der Befragten an, dass das Alter des Kindes für ihre Einstellung entscheidend sei. Während drei Prozent das Stillen von Säuglingen unter sechs Monaten im öffentlichen Raum als unpassend empfinden, steigt dieser Wert bei einjährigen Kindern auf 19 Prozent. Als Hauptgründe für die Ablehnung gaben die Befragten an, das Kind sei zu alt (39 Prozent) oder die Situation werde als irritierend wahrgenommen (21 Prozent). 39 Prozent der Befragten halten öffentliches Stillen unabhängig vom Alter des Kindes für akzeptabel.
„Wir setzen uns mittlerweile seit vier Jahren für die Normalisierung des Stillens in der Öffentlichkeit ein und sind jedes Jahr aufs Neue schockiert, wie viel Unbehagen – oder mehr noch: Ablehnung – Stillen hervorruft“, kommentiert Sabrina Krejan von MAM Baby die Ergebnisse. „Jede Person, die Stillen in der Öffentlichkeit unabhängig vom Alter des Kindes nicht akzeptiert, trägt dazu bei, dass Mütter in die gesellschaftliche Unsichtbarkeit gedrängt werden.“
Um geschützte Räume für Mütter zu schaffen, hat MAM bereits 2023 das „Österreichische Stillsiegel“ ins Leben gerufen. Die Initiative richtet sich an Betriebe aus Handel, Gastronomie und Kultur, die sich durch die Aushändigung des Siegels als stillfreundlich deklarieren. Mittlerweile haben sich mehr als 250 Unternehmen und Institutionen in ganz Österreich angeschlossen. Zu den jüngsten Partnern zählen unter anderem die Einkaufszentren Westfield Shopping City Süd und Westfield Donauzentrum. (red)