WIEN. Mit dem Stichtag 2. August 2026 ist die nächste Umsetzungsphase des EU AI Act in Kraft getreten. Neben erweiterten Transparenzpflichten rücken nun eine stärkere Kontrolle sowie die Durchsetzung der regulatorischen Vorgaben in den Fokus. Das Wiener KI-Unternehmen eMentalist weist darauf hin, dass die schrittweise Implementierung der EU-Verordnung zunehmend organisatorischen Handlungsbedarf für Betriebe aller Branchen erfordert.
Neben Anforderungen an die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte und Transparenzregeln bei der Interaktion mit Systemen gewinnt die Vermittlung von KI-Kompetenzen im Betrieb an Bedeutung. Zudem erfordert die Einstufung von Systemen in sensiblen Bereichen wie dem Personalwesen eine strukturierte Dokumentation und Risikobewertung. Bei Nichteinhaltung der zentralen Vorgaben oder der Nutzung verbotener KI-Praktiken sieht das Regelwerk gestaffelte Sanktionen und Bußgelder vor. Übergangsregelungen gewähren für bestimmte bestehende sowie für Hochrisiko-KI-Systeme verlängerte Fristen zur Anpassung.
„KI ohne Governance ist Innovation mit Risiko. Viele Unternehmen beschäftigen sich bereits mit dem Einsatz von KI. Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, KI im Unternehmensalltag regelkonform einzusetzen, Risiken zu minimieren und Mitarbeitenden klare Leitlinien für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie an die Hand zu geben“, so Elaheh Momeni, CEO von eMentalist.
Sie betont den Handlungsbedarf für die Praxis: „Unternehmen sollten die kommenden Monate nutzen, um sich einen Überblick über eingesetzte KI-Anwendungen zu verschaffen und interne Prozesse entsprechend weiterzuentwickeln. Dabei geht es nicht darum, Innovation zu bremsen, sondern KI langfristig sicher, nachvollziehbar und erfolgreich im Unternehmen zu verankern.“
Hinsichtlich der Marktchancen ergänzt die Geschäftsführerin: „Wer heute klare Strukturen für den Einsatz von KI schafft, legt den Grundstein für nachhaltige Innovation, erfolgreiche Digitalisierung und langfristiges Vertrauen.“ (red)