Kreislaufwirtschaft als Erfolgsfaktor
© ARA/APA-Fotoservice/Jana Madzigon
RETAIL Redaktion 29.05.2026

Kreislaufwirtschaft als Erfolgsfaktor

Die ARA investiert satte 100 Millionen Euro in Österreichs Kreislaufwirtschaft und baut Kunststoffrecycling stark aus.

WIEN. Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) treibt den Ausbau der Kreislaufwirtschaft voran und investiert gemeinsam mit Partnern bis Ende 2026 rund 100 Mio. € in neue Recycling- und Sortieranlagen. Ziel sei die Versorgung der Industrie mit Sekundärrohstoffen langfristig abzusichern und die Abhängigkeit von Primärrohstoffen zu reduzieren.

Gleichzeitig meldet die ARA einen Meilenstein: Die EU-Recyclingquote von 50% für Kunststoffverpackungen im Haushaltsbereich wurde bereits im Jahr 2025 erreicht. „Kreislaufwirtschaft ist längst ein wesentlicher Pfeiler der Industriepolitik“, erklärt ARA-Vorstandssprecher Harald Hauke. Gerade angesichts hoher Energiekosten, regulatorischer Unsicherheiten und schwacher Konjunktur werde Ressourceneffizienz zunehmend zum Wettbewerbsfaktor – die ARA sei im Kontext ein Komplettanbieter der Kreislaufwirtschaft.

Beeindruckende Bilanz
Im Jahr 2025 stellte die ARA insgesamt rund 607.000 t Sekundärrohstoffe für die Industrie bereit. Dazu zählen 103.000 t Leichtverpackungen und Metalle, 320.000 t Papier sowie 184.000 t Glas. Kern der aktuellen Investitionsoffensive sind zwei Großprojekte im Kunststoffbereich. Die Sortieranlage „TriPlast“ in Oberösterreich bildet mit einem Investitionsvolumen von mehr als 60 Mio. € das Herzstück der Sortierung von Kunststoff- und Metallverpackungen. Zusätzlich investiert die ARA gemeinsam mit Partnern weitere 40 Mio. € in die neue Anlage „Sort4cycle“, die ab 2027 bisher nicht recyclingfähige Sortierreste stofflich verwerten soll.

Auch bei der getrennten Sammlung sieht die ARA deutliche Fortschritte. Trotz Einführung des Einwegpfands stieg die Sammlung von Verpackungen im Gelben Sack beziehungsweise in der Gelben Tonne 2025 um 7%. Besonders stark war das Wachstum in Wien mit plus 14%, gefolgt von Tirol und Vorarlberg. Laut ARA-Vorstand Thomas Eck sei vor allem die einfache Sammlung entscheidend für den Erfolg. Mittlerweile würden rund 2,2 Mio. Haushalte direkt über die Ab-Haus-Sammlung erreicht.

Konstruktionsfehler in der EU
Kritik übt die ARA an der EU-Verpackungsverordnung: Während Recyclingquoten bereits gelten, würden verbindliche Vorgaben für den Einsatz von Rezyklaten erst Jahre später folgen. Hauke spricht vom „Konstruktionsfehler“ in der Gesetzgebung und fordert mehr Planungssicherheit für die Wirtschaft. Parallel dazu hat die ARA ihr Beratungsangebot ausgebaut.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung lebensmitteltauglicher Rezyklate. Gemeinsam mit Forschungspartnern arbeitet die ARA an neuen Lösungen für hochwertige Verpackungskreisläufe. Als Pilotprojekt nennt das Unternehmen u.a. die Mehrwegbecher für den Eurovision Song Contest. Ziel sei es, künftig aus gebrauchten Verpackungen wieder sichere Lebensmittelverpackungen herstellen zu können.
Auch das verpflichtende Textilrecycling ab 2028 sieht die ARA als großes Zukunftsthema. Hier fordert das Unternehmen pragmatische und wirtschaftlich tragfähige Lösungen sowie die Nutzung bestehender Sammel- und Recyclingstrukturen. Entscheidend bleibe laut ARA trotz aller technologischen Fortschritte weiterhin die richtige Mülltrennung durch die Konsumenten. (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL