WIEN. Damit erreicht der digitale Einkauf laut einer aktuellen Analyse von RegioData Research einen neuen Höchststand. Pro Kopf werden rund 1.400 Euro pro Jahr online ausgegeben. Gleichzeitig konzentriert sich das Geschäft zunehmend auf internationale Plattformen, während die Zahl der aktiven Onlineshops zurückgeht.
Internationale Plattformen gewinnen
Wie stark online eingekauft wird, unterscheidet sich nach Warengruppe. Besonders hoch ist die Onlineaffinität bei Bekleidung und Elektronik. Für österreichische Händler bedeutet die Entwicklung zugleich einen intensiveren Wettbewerb mit internationalen Webshops und Plattformen.
Gut 40 Prozent der österreichischen Onlineausgaben fließen in österreichische Onlineshops. Dabei handelt es sich allerdings nicht zwangsläufig um Unternehmen mit österreichischen Eigentümern, da auch internationale Handelskonzerne über heimische Webshops verkaufen. Der tatsächlich bei rein österreichischen Unternehmen verbleibende Anteil ist damit nochmals geringer.
Eine zentrale Rolle spielen mittlerweile Online-Marktplätze: Mehr als 40 Prozent der österreichischen Onlineausgaben werden über Plattformen abgewickelt. Marktführer ist Amazon, das gemeinsam mit dem Marketplace rund 35 Prozent des österreichischen Onlinehandels auf sich vereint. Auf Temu, Shein und AliExpress entfallen zusammen 7,9 Prozent.
Weniger Shops, mehr Spezialisierung
Während die Onlineausgaben steigen, sinkt die Zahl der aktiven Onlineshops. Besonders kleinere und wenig spezialisierte Anbieter geraten laut RegioData unter Druck. Ein breites Sortiment und ein funktionierender Webshop reichen demnach nicht mehr aus, um vom Wachstum des Onlinehandels zu profitieren.
Gleichzeitig können sich spezialisierte Anbieter gegen die großen Plattformen behaupten. Zu den Wachstumsbereichen zählen unter anderem Gesundheit, Technik und Sportgeräte. Auch Shop Apotheke gehört laut Analyse zu den Aufsteigern.
RegioData sieht damit eine zunehmende Konzentration des Marktes: Große Plattformen und internationale Anbieter gewinnen ebenso wie klar positionierte Spezialisten, während wenig differenzierte kleinere Shops Marktanteile verlieren. Der österreichische Onlinehandel wächst damit nicht nur, sondern wird zugleich internationaler und konzentrierter. (red)