WIEN. Sie soll Verpackungsabfälle reduzieren, die Kreislaufwirtschaft fördern und EU-weit einheitliche Regeln schaffen. Der österreichische Handelsverband unterstützt die Ziele, warnt jedoch vor erheblichen bürokratischen Belastungen für heimische Händler.
„Die PPWR bringt für stationäre und Online-Händler umfassende Informations-, Prüf-, Dokumentations- und Nachweispflichten. In vielen Fällen haben die Händler allerdings gar keinen Zugang zu den erforderlichen Unterlagen“, kritisiert Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. Diese lägen häufig bei Verpackungsherstellern oder anderen vorgelagerten Unternehmen.
Zusätzliche Unsicherheit entstand laut Handelsverband dadurch, dass die EU-Kommission erst eine Woche vor Inkrafttreten eine neue Fassung ihrer FAQs veröffentlichte. Diese enthält 26 neue und sieben deutlich überarbeitete Punkte. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen seien die komplexen Vorgaben mit erheblichem Aufwand verbunden.
Probleme sieht der Verband zudem beim grenzüberschreitenden Onlinehandel. Bereits ab der ersten Warensendung in ein anderes EU-Land können dort Registrierungen, Systembeteiligungen und Gebühren notwendig werden. Einheitliche Bagatellgrenzen oder wirksame Ausnahmen für Kleinstunternehmen fehlen.
Der Handelsverband fordert daher ein europaweites Moratorium für jene Bestimmungen, deren Auslegung oder technische Umsetzung noch nicht rechtssicher geklärt ist. Zudem brauche es klare Verantwortlichkeiten, realistische Übergangsfristen, einheitliche Verfahren sowie Ausnahmen und Bagatellgrenzen für KMU und EPU.
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