retail.conversations: 3e Handels- & Dienstleistung AG – Wachstum durch Effizienz und Expansion
Die Baukonjunktur bleibt flach, die Konsumenten halten ihr Geld zusammen, und viele Händler kämpfen mit Zurückhaltung bei Investitionen. Die Welser 3e Holding AG stemmt sich dennoch mit neuen Dienstleistungen, regionaleren Markenkonzepten und weiterem Wachstum in Ost- und Südosteuropa gegen das schwierige Marktumfeld. Im medianet-Format „retail conversations“ sprach Herausgeber Chris Radda mit 3e-CEO Bernhard Reiter über Resilienz, Akku-Werkzeuge und das neue Effizienzprogramm „Archimedes“.
Ganz von der wirtschaftlichen Entwicklung habe sich 3e nicht entkoppeln können, sagte Reiter. „Aber ich glaube schon, dass wir einige Dinge sehr gut machen.“ Entscheidend sei, sich vom Mitbewerb zu differenzieren und in wichtigen Märkten Marktanteile zu gewinnen. 3e sei historisch als Einkaufsgenossenschaft gestartet, habe sich aber längst zu einem Handels- und Dienstleistungsunternehmen entwickelt, das seinen Mitgliedern deutlich mehr biete als günstige Einkaufskonditionen.
Ein zentrales Projekt ist dabei „Archimedes“. Mit analytischen Werkzeugen werden Standorte, Sortimente und Mitbewerber verglichen, um bessere Laufmeterkonzepte für die Partnerbetriebe zu entwickeln. Laut Reiter könne 3e damit die Roherträge der Mitglieder deutlich steigern. In den Inserts zum Gespräch ist von bis zu zehn bis 15 Prozent höheren Laufmetererträgen die Rede. Ziel sei es, „Mehrwert zu bieten, der über das klassische Produkt-Dienstleistungs-Spektrum hinausgeht“.
Auch im Markenauftritt setzt 3e stärker auf Regionalität. Die Marke „Let’s Do It“ bleibt wichtige Klammer, soll die lokalen Unternehmer aber nicht überdecken. „Wir stellen eigentlich den Eigentümer in den Vordergrund“, erklärte Reiter. In vielen Regionen habe der Name des lokalen Fachhändlers mehr Gewicht als die Verbundmarke. Deshalb werde die Lösung häufiger als „Powered by Let’s Do It“ gedacht: Die regionale Marke bleibt sichtbar, 3e liefert dahinter Marketing, Konzepte, Einkauf und Services.
Im Sortiment sieht Reiter weiter einen klaren Trend zu Akku-Geräten. Diese hätten mittlerweile zumindest die Kraft stromgebundener Geräte erreicht, teilweise würden sie diese übertreffen. Dazu komme mehr Flexibilität auf Baustellen und der Druck, emissionsärmer zu arbeiten. 3e setze hier auf strategische Partnerschaften mit Top-Marken, „die schneller entwickeln, innovativer sind und schneller kreative Lösungen haben“.
Zur Bau- und Immobilienkonjunktur bleibt Reiter vorsichtig. Zwar höre auch er von mehr Kreditvergaben und Bewegung im Markt. „Nur ganz glauben kann ich es noch nicht, weil es sich noch nicht wirklich manifestiert hat.“ Von einem breiten Aufschwung sei der Markt noch entfernt.
Wachstum kommt für 3e derzeit vor allem aus Ost- und Südosteuropa. Von rund 340 Mitgliedern befinden sich etwa 190 in Osteuropa; im Vorjahr kamen dort zehn neue Mitglieder hinzu. „Wir haben eine gute Vertriebsmannschaft, gute Argumente und gute Nutzungsszenarien“, sagte Reiter. Dieses Wachstum habe Kontinuität und Stabilität.
Für die kommenden Monate sieht Bernhard Reiter den Schwerpunkt klar bei der Stärkung der Partnerbetriebe: bessere Roherträge, mehr Kompetenzen, individuellere Konzepte. Die Konsumenten seien weiter zurückhaltend, die hohe Sparquote zeige mangelndes Vertrauen in Wirtschaft und Konsum. Für 3e bedeutet das: nicht auf die Konjunktur warten, sondern den Mitgliedern Werkzeuge geben, um gegen die Marktströmung steuern zu können.
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