mediadome pressclub: Großfläche zwischen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Standortkampf

Im medianet-TV-Format „mediadome pressclub“ sprach Herausgeber Chris Radda mit Hansjörg Hosp, CEO der Megaboard GmbH, über die Entwicklung der großflächigen Außenwerbung, den zunehmenden Wettbewerb im Out-of-Home-Markt und die nächsten Wachstumsschritte des Unternehmens.

Hosp, seit Jahrzehnten in der Außenwerbung tätig und auch in der Gewista-Gruppe prägend aktiv, sieht den Markt vor allem durch die Digitalisierung verändert. „Die Außenwerbung hat in den letzten Jahren gewaltige Zuwächse gehabt, vor allem durch die Digitalisierung“, sagte Hosp. Diese Entwicklung habe neue Anbieter angezogen, insbesondere in Wien. Wettbewerb bewertet er grundsätzlich positiv, er zwinge Unternehmen aber zu klarerer Positionierung. Megaboard konzentriere sich daher auf zwei Felder: digitale Großflächen und Nachhaltigkeit.

Das Geschäft von Megaboard unterscheidet sich laut Hosp bewusst von klassischer Plakatmasse. „Es geht nicht um ein Massenmedium, wo ich 1.000 Plakate affichiere, sondern um diesen einen Standort, der genau zu dieser Kampagne gehört“, sagte er. Megaboard vermarktet permanente Großflächen an stark frequentierten Verkehrsachsen ebenso wie temporäre Fassaden- und Gerüstwerbung. Gerade diese Sonderstandorte seien für Kampagnen oft das „Sahnehäubchen“, wie Hosp es formulierte.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Baukonjunktur. Nach einer schwächeren Phase würden wieder mehr Fassaden restauriert und renoviert, so Hosp. Das schaffe Chancen für temporäre Gerüstwerbung. Gleichzeitig sei der Wettbewerb in diesem Segment stark gestiegen, während Werbebudgets aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage vorsichtiger eingesetzt würden. Hosp rechnet daher mittelfristig mit einer Konsolidierung: Die Angebotsausweitung werde nicht dauerhaft ohne Marktbereinigung bleiben.
Bei fixen Standorten sind die Spielräume begrenzt. Neue Bewilligungen seien schwer zu bekommen, gute Lagen nicht beliebig vermehrbar. „Wir kämpfen um jeden Standort“, sagte Hosp und verwies etwa auf Infrastrukturprojekte, die die Sichtbarkeit bestehender Flächen beeinträchtigen können. Die Antwort darauf sieht er in der Weiterentwicklung bestehender Premiumstandorte, vor allem durch digitale Screens an Hauptverkehrslinien wie der Südosttangente oder der A4.

Nachhaltigkeit soll dabei nicht nur kommunikatives Beiwerk sein. Megaboard setzt bei analogen, temporären Werbeflächen zunehmend auf PVC-freie Materialien, die leichter wiederverwertbar sind. Bei digitalen Flächen nutzt das Unternehmen, wo möglich, Photovoltaik auf der Rückseite und dem Dach des Boards. Der erzeugte Strom fließe direkt in den Betrieb des Screens. „Wir produzieren unseren eigenen Strom, der wird sofort verwendet“, erklärte Hosp.
Für die Zukunft fordert Hosp auch neue Spielregeln für digitale Außenwerbung im öffentlichen Raum. Es brauche Rahmenbedingungen dafür, „wie man Außenwerbung in der Öffentlichkeit erleben soll“. Nicht jeder zusätzliche Screen bringe mehr Wert; entscheidend sei, dass Werbung sichtbar, hochwertig und stadtraumverträglich bleibe.
Megaboard will sich damit als Spezialist für jene Flächen positionieren, die nicht nur Reichweite bringen, sondern Aufmerksamkeit erzeugen. Oder, wie Hosp es zusammenfasste: Man biete „die Standorte, die man braucht, um nicht nur gesehen zu werden, sondern über die auch gesprochen wird“.

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