Glorit legt beim Umsatz um saftige 65 Prozent zu
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Die Geschäftsführung von Glorit vermeldet gute Zahlen: ­Patrick Kloihofer, Stefan Messar, Lukas Sattlegger (v.l.).
FINANCENET Redaktion 06.02.2026

Glorit legt beim Umsatz um saftige 65 Prozent zu

Der Premium-Bauträger ist kräftig auf Wachstumskurs und legt jetzt rekordverdächtige Zahlen auf den Tisch.

Glorit ist auf Wachstumskurs. Das unterstreichen mehrere Zahlen, die vergangene Woche im Lokal „Motto am Fluss“ präsentiert wurden: rund 100 Mio. €  Umsatz, das entspricht einer Steigerung von 65% im Vergleich zum Vorjahr; ein Plus von 30% Output beim Hausbau; ein sehr hohes Eigenkapital in der Höhe von 64 Mio. €. Das eigentümergeführte Unternehmen verfolgt einen in der Branche etwas außergewöhnlichen Ansatz: Man ist Bauträger, Baufirma und Fertighausfirma, verfügt über ein Architektenteam und hat zuletzt das Geschäftsfeld erweitert. Die Geschäftsführung begründet die Strategie ausführlich, denn der Trend geht eigentlich in eine andere Richtung, wie eine eingangs dargelegte Marktanalyse von Exploreal-Geschäftsführer Alexander Bosak zeigt.

Steigende Preise
Die Baukosten steigen, die Bevölkerung wächst – der erneut angehobene Wohnimmobilienpreisindex trifft auf einen deutlichen Rückgang bei Baubewilligungen und eine zunehmende Zurückhaltung bei der Vergabe gewerblicher Immobilienfinanzierungen, so der Experte. Zwei konkrete Beispiele sind die Bezirke Floridsdorf und Donaustadt. Dort stiegen die Preise für Eigentumswohnungen im Erstbezug 2025 an, die Pipeline im Eigentumssegment nimmt ab. Die Folge: Das Angebot an Neubau-Eigentumswohnungen wird in den kommenden Jahren weiter zurückgehen.

„Das Zeitfenster für Eigentum im Neubau wird enger. Wer Qualität, Lage und Planungssicherheit sucht, sollte jetzt handeln“, ist Bosak überzeugt. 2028 könnte der Markt einbrechen. Die Rahmenbedingungen für Finanzierungen seien im Gegensatz dazu bei einem variablen Zinssatz von zwei Prozent durchaus attraktiv und dieses Niveau dürfte gehalten werden können. Bosak verweist in diesem Zusammenhang auf das Ende der Befreiung von der Eintragungsgebühr mit
30. Juni 2026. Darum ist es ratsam, davor eine Kaufentscheidung zu treffen. Dies spare bis zu 17.000 €.

Geschäftsfelderweiterung
Glorit setzt indes auf mehr Bautätigkeit, laufend hat man über hundert Projekte im Großraum Wien. Der Ausgangspunkt des Unternehmens liegt übrigens sowohl am Wasser als auch in der Nähe der inneren Stadt. Die Projekte an der Alten Donau waren prägend für die Expansion des Unternehmens, erklärt Geschäftsführer Lukas Sattlegger im Anschluss.
Der Fokus bleibt auf Transdanubien gerichtet. Für die kommenden Monate sind zahlreiche Projekte in Wien geplant, darunter im Wohnbau in der Tamariskengasse 34 und der Brachelligasse 1 sowie im Hausbau in der Heißgasse 46–50 und im Obstgartenweg 20–22. Die Verkaufspreise liegen dabei zwischen 0,4 und 3,2 Mio €. Insgesamt gibt es 120 Projekte in und um Wien, auch kleinere Vorhaben von zwei bis 15 Einheiten.

„Wir legen in allen Bereichen Wert auf Qualität, sind dadurch nicht die billigsten“, sagt er. Es gibt keine Projektgesellschaften, das Rating ist gut. Um das zu erreichen, setzt man in der Umsetzung der Projekte auf lange bestehende Partnerschaften. All das schafft das in dieser Branche so wichtige Vertrauen. Im gehobenen Segment ist neben Qualität auch Service ein großer Faktor, um erfolgreich zu sein. Dies wird ausgebaut. Das Unternehmen will ein „One-Stop-Shop-Modell“ anbieten, die Geschäftsfelder umfassen Architektur, Bauträger, Fertighauswerk und Bauunternehmen unter einem Dach – ergänzt durch Finanzierungsberatung und Vermietung, sofern benötigt. Das umfassende Leistungsangebot wird nun durch das Maklerhaus by Glorit im Bereich Maklerei ergänzt. Der Mitarbeiterstand von rund 150 wird aktuell um zehn Prozent erhöht. Um sich bekannter zu machen, wählt man auch eher ungewöhnliche Wege: Zuletzt ging ein Social-Media-Post viral – ein Spot, in dem eine erfahrene Maklerin ein Haus in der Gen Z-Sprache anpreist. Damit baut man die Brücke zu den Käufern von morgen.

Positiver Ausblick
Insgesamt blickt Geschäftsführer Patrick Kloihofer positiv in die Zukunft: „Wer in Wien kauft, wird wie erwähnt mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Glorit-Projekt landen.“ Die Marktstellung lässt sich beziffern: Laut einer Studie von Interconnection beträgt der Marktanteil 51,5%, was die Marktpräsenz verdeutlicht. Geschäftsführer Stefan Messar ergänzt: „Wir wachsen bewusst und kontrolliert – mit einem Fokus auf Qualität, Stabilität und nachhaltigen Erfolg.“ Gerade in einem Markt, in dem Angebot knapper wird, sei Vertrauen in den Bauträger entscheidend: „Plus 30 Prozent Output im Hausbau sind ein deutliches Signal der Expansionsstrategie.“

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