WIEN. „Der Coup – Wie die Arbeitgeberseite die Sozialversicherung kaperte“, verfasst von der Co-Vorsitzenden des Dachverbands der Sozialversicherungen Claudia Neumayer-Stickler und Julia Stroj, ist eines von drei Büchern, die vergangene Woche bei „Gesundheit im Dialog“ im Future Health Lab (FHL) im Cape 10 in Wien präsentiert wurden. „Löcher stopfen-Pflegepolitik in Österreich – zwischen Versagen und Hoffnung“ von der Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands Elisabeth Potzmann ist das zweite. Das dritte trägt den Titel „Patienten stehen im Mittelpunkt. Aber dort stehen sie im Weg – Mythen und Märchen im Gesundheitswesen“, verfasst von den medianet-Redakteuren Martin Rümmele, Silke Tabernik und Sabine Stehrer. Die Bücher eint nicht nur die gemeinsame Präsentation, sondern auch, dass sie das heimische Gesundheitswesen betrachten, betonte FHL-Managing Director Romana Ruda. Dies allerdings aus drei verschiedenen Perspektiven.
Wie bei der Präsentation zu hören war, gehen Neumayer-Stickler und Julia Stroj in ihrem Buch den Fragen nach, warum es zu der Kassenreform 2018 mit der Zusammenlegung der neun Länderkrankenkassen zur ÖGK kam, was aus der versprochenen „Patientenmilliarde“ wurde, und wer von der Zusammenlegung profitierte. Potzmann erklärte, sie zeige in ihrem Buch auf, wieso das Pflegesystem vor einem Umbruch stehe, respektive stehen müsse. Auch sagte sie, sie stelle Reformvorschläge vor, in denen es im Wesentlichen darum gehe, wie die Versorgung langfristig gesichert werden kann.
Rümmele als Mitautor des dritten Buches erzählte, dass letzteres 25 Mythen und Märchen im Gesundheitswesen entlarve, die sich hartnäckig, aber irrtümlich als Wahrheiten halten würden, wie beispielsweise der Mythos von den explodierenden Gesundheitskosten, der Mythos, dass diese die Wirtschaft belasten würden oder der, dass Österreich das beste Gesundheitssystem der Welt hätte.
Diskussion im Anschluss
Im Anschluss an die Buchpräsentation entwickelte sich noch eine Diskussion unter den Teilnehmenden. Darin ging es unter anderem um die Frage nach Möglichkeiten der Partizipation an der Gesundheitsreform. (red)
4Gamechangers Next diskutiert Zukunft des Medienstandorts
Unter dem Titel „Shape What’s Next“ ging am 17. September die zweite Ausgabe von 4Gamechangers Next in der Meinls Rösthalle über die Bühne. Rund 700 Gäste verfolgten das gemeinsame