•• Von Helga Krémer
Die LogiMat 2026 – sie gilt als weltweit größte Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement – hat für heuer in Stuttgart ihre Tore mit Spitzenwerten bei Ausstellerzahlen, Nettoausstellungsfläche, Internationalisierungsgrad und Fachbesuchern geschlossen und endete damit nach drei Messetagen mit neuen Allzeitrekorden bei allen messerelevanten Key Facts. „Es war angesichts der herausfordernden Weltwirtschaftslage nicht zu erwarten, dass wir die LogiMat 2026 in allen Bereichen mit neuen Bestmarken beenden würden“, zeigt sich Messeleiter Michael Ruchty vom Münchener Messeveranstalter Euroexpo zufrieden. „Im Markt hat sich offenbar das Bewusstsein durchgesetzt, dass man in Krisenzeiten antizyklisch investieren sollte. Dafür bietet die LogiMat traditionell einen Überblick über die jüngsten Innovationen und aktuellen State-of-the-Art-Lösungen.“
Einzigartige Plattform
Unter dem Motto „PassionForDetails – Discover the Difference“ nutzte die Rekordzahl von 1.671 Ausstellern aus 46 Ländern die komplett ausgebuchten zehn Messehallen auf dem Stuttgarter Messegelände als Präsentationsplattform der aktuellen Neuentwicklungen für effiziente Intralogistik. Als Erstaussteller waren 296 Unternehmen auf der LogiMat vertreten. Allein im Vorfeld der Messe meldeten die Aussteller der 68.969 m² Nettoausstellungsfläche mehr als 120 Welt- und Europapremieren. Der Auslandsanteil unter den Unternehmen lag in diesem Jahr bei 37% (2025: 35,9%) – davon jedes fünfte Unternehmen mit Sitz in Übersee und Asien.
Insgesamt besuchten an den drei Messetagen 69.856 Fachbesucher (+4.137 vs. 2025) die LogiMat 2026. Das übersteigt zum einen noch einmal deutlich die bisherige Bestmarke von 67.420 Fachbesuchern im Jahr 2024 und lässt zum anderen die „magische Marke“ von 70.000 Messebesuchern in greifbare Nähe rücken. In einem gesamtwirtschaftlich und geopolitisch schwierigen Umfeld zeigte sich die diesjährige Veranstaltung damit erneut als das wichtigste internationale Branchenevent des Jahres. „Die LogiMat ist für Branche und Fachpublikum gleichermaßen Kontaktbörse, Informations- und Präsentationsplattform“, fasst Messeleiter Ruchty zusammen. „Als Trend- und Branchenbarometer setzt sie mit den hervorragenden aktuellen Spitzenwerten ein Zeichen für die Resilienz der Branche und bietet Zuversicht in schwierigen Zeiten.“
Über Fachbereiche …
Die führenden Produktgruppen kamen in diesem Jahr aus den Branchensegmenten Förder- und Lagertechnik (38,2%), Software für Simulation, Lagersysteme und Bestandsmanagement (37,1%) sowie Flurförderzeuge und Zubehör (34,8%). Unter den möglichen Mehrfachnennungen gaben zudem 30,2% der Aussteller an, Exponate im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik präsentiert zu haben, 28,2% der Aussteller zeigten auch fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) und autonome mobile Roboter (AMR).
Den Auswertungen des unabhängigen Baseler Marktforschungsinstituts Wissler & Partner zufolge war mehr als die Hälfte der Fachbesucher (56%) als Entscheider vor Ort – 35,9% des Fachpublikums kam mit konkreten Investitionsvorhaben nach Stuttgart. Insgesamt gaben 25,3% der Besucher an, auf der Messe einen Zuschlag erteilt zu haben oder Aufträge unmittelbar nach der Messe zu vergeben. Folglich meldeten zahlreiche Aussteller Vertragsabschlüsse vor Ort. So hat etwa der norwegische Sensorhersteller Sonair AS, diesjähriger Preisträger „LogiMat Best Product“, einen Deal über den ersten Einsatz seines neuartigen ADAR-Sensors (Acoustic Detection and Ranging) in einem versandfertigen autonomen Roboter bekannt gegeben.
Wiferion meldete einen Abschluss mit Seer Robotics aus China über induktive Ladetechnik für Roboter. Die Brabender Group und der Softwareanbieter PTV Logistics unterzeichneten einen Partnerschaftsvertrag. Der niederländische Systemintegrator Syncore und das Stuttgarter KI-Robotik-Unternehmen Sereact einigten sich auf den Rollout von 100 KI-gesteuerten Robotersystemen. „Die LogiMat ist nicht allein Schaufenster für Innovationen und State-of-the-Art-Lösungen, sondern auch Arbeitsmesse mit erfolgreichen Geschäftsabschlüssen und Anbahnung strategischer Allianzen“, kommentiert Ruchty.
… und Fachpublikum
Nach Branchen differenziert arbeiten 55,2% der Messebesucher in Industrieunternehmen, 14,2% im Groß- und Einzelhandel. Das Gros der Fachbesucher (42%) nahm einen Anreiseweg von mehr als 300 km auf sich. Rund ein Viertel der Gäste (26,7%), reiste aus dem Ausland zur LogiMat 2026 an. Das Plus von 3,6% beweist den wachsenden Internationalisierungsgrad auch unter den Messebesuchern.
