LINZ. Die voestalpine erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr (1. April 2025 bis 31. März 2026) ein insgesamt gutes Ergebnis. Gerade in einem von großen Unsicherheiten geprägten Umfeld erwiesen sich der klare Fokus auf Qualität, Innovation und Effizienz sowie die breite Diversifizierung nach Branchen und Regionen erneut als wesentliche Stärke des Konzerns.
Die Entwicklung der einzelnen Unternehmensbereiche zeigte ein differenziertes Bild. Während die Nachfrage im Geschäftsbereich Railway Systems unverändert positiv blieb und sich auch in der Luftfahrt die anhaltend hohe Nachfrage fortsetzte, verharrten die Bau-, Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie stabil auf niedrigem Niveau. Im Energiebereich blieb der Bedarf an Produkten der Steel Division positiv, auch die Nachfrage aus der Automobilindustrie erwies sich in der Steel Division als robust. Der Geschäftsbereich Automotive Components der Metal Forming Division war hingegen weiterhin von der sehr verhaltenen Marktdynamik in der Automobilproduktion, insbesondere in Europa, betroffen. Als Wachstumstreiber erwies sich erneut die Lagertechnik. Spürbare Auswirkungen hatten im Geschäftsjahr 2025/26 die seit 4. Juni 2025 geltenden US-Zölle in Höhe von 50% auf Stahl, die zu einer Ergebnisbelastung in Höhe eines hohen zweistelligen Millionen-€-Betrages geführt haben.
„Unser strategischer Kurs hat sich zum wiederholten Male als sehr tragfähig erwiesen und es ist uns gelungen, wichtige Ergebniskategorien sowie den Free Cashflow deutlich zu steigern. Der Fokus lag weiterhin auf der konsequenten Reorganisation renditeschwacher Geschäftsbereiche und auf der Forcierung internationaler Wachstumsprojekte. Darüber hinaus konnten wir zentrale Meilensteine auf unserem Weg zur Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen erreichen“, sagt Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG.
Rekordaufträge für Weiterverarbeitung
Die voestalpine verzeichnete im Geschäftsjahr 2025/26 eine starke Auftragslage in wichtigen Bereichen der Weiterverarbeitung. Neben Rekordaufträgen in der Luftfahrt und Lagertechnik konnte der Konzern auch seine weltweit führende Position als Systemanbieter von kompletten Bahninfrastruktursystemen weiter stärken. Nachdem die voestalpine jüngst die gesamte Koralmbahn in Österreich mit ihren hochtechnologischen Produkten ausgestattet hat, setzen mit der Deutschen Bahn (DB) und den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) einmal mehr führende internationale Bahnbetreiber auf die Kompetenz des Konzerns. Die beiden Aufträge in Höhe von 500 Mio. EUR umfassen dabei die Lieferung von Schienen- und Weichensystemen bis hin zu Signaltechnik- und Überwachungsleistungen.
Kräftiger Rückenwind kam zuletzt auch aus der internationalen Luftfahrt. Hier sicherte sich die voestalpine Aufträge im Wert von rund einer Milliarde Euro für die nächsten fünf Jahre. Ein großer Teil davon wurde mit dem europäischen Flugzeughersteller Airbus vereinbart und deckt das gesamte Leistungsspektrum ab – von Hochleistungswerkstoffen über komplexe Schmiedeteile bis hin zu einem umfangreichen globalen Logistikservice.
Im Bereich Hochregallagersysteme wurde zudem der bisher größte Auftrag – die Errichtung eines modernen, 40 m hohen Logistik-Hubs in Istanbul – gewonnen.
Zu den Zahlen
Die Umsatzerlöse schwächten sich im Geschäftsjahr 2025/26 im Vergleich zum Vorjahr um 4,3% von 15,7 Mrd. € auf 15,1 Mrd. € ab. Das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich auf 1,5 Mrd. € (1,3 Mrd. € im GJ 2024/25). Besonders markant fiel die Verbesserung beim operativen Ergebnis in den beiden Bereichen aus, die im Vorjahr umfassende Reorganisationsmaßnahmen auf den Weg gebracht haben (High Performance Metals Division und Metal Forming Division). Hervorzuheben ist in diesem Kontext, dass in diesen zwei Divisionen in den Vorjahreszahlen negative Einmaleffekte enthalten waren. Der voestalpine-Konzern konnte das Betriebsergebnis (EBIT) signifikant um 59% von 455 Mio. € auf 724 Mio. € ausweiten.
Das Konzernergebnis vor Steuern stieg deutlich auf 587 Mio. € (Vorjahr: 271 Mio. €). Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich markant auf 424 Mio. € (Vorjahr 179 Mio. €). Der Free Cashflow in Höhe von 537 Mio. € für das GJ 2025/26 spiegele die hervorragende Leistung des Unternehmens und seiner Mitarbeiter wider, hieß es bei der Präsentation der Geschäftszahlen.
Die voestalpine verfügt weiterhin über eine ausgesprochen stabile Bilanzstruktur mit erneut gestärkter Eigenkapitalbasis. Trotz der umfangreichen Investitionstätigkeit in Verbindung mit greentec steel konnte die Nettofinanzverschuldung um 23,4% auf 1,3 Mrd. € per 31. März 2026 reduziert werden. Das Eigenkapital lag zum Bilanzstichtag bei 7,8 Mrd. €. Die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals) verbesserte sich auf 16,2%. Sie liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Geschäftsjahr 2005/06.
Ausblick
Vor dem Hintergrund anhaltend hoher geo- und wirtschaftspolitischer Unsicherheiten, des Fortlaufens bestehender Markttrends sowie positiver Effekte aus der Umsetzung interner Maßnahmen, erwartet der Vorstand der voestalpine AG für das Geschäftsjahr 2026/27 ein EBITDA in einer Bandbreite von 1,60 bis 1,85 Mrd. €.
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