WIEN. Vor 20 Jahren, im Oktober 2006, startete mit dem europäischen Wettersatelliten Metop erstmals ein Satellit ins All, der seine Position mithilfe eines in Wien entwickelten Navigationsempfängers bestimmte. Seither wurden rund 100 Navigationsempfänger aus Wien an internationale Kunden ausgeliefert. Rund 40 Satelliten, die aktuell im All sind, nutzen die Wiener Navigationstechnologie und 250 weitere Navigationsempfänger sollen in den nächsten Jahren ausgeliefert werden, darunter 198 für die kanadische Internetsatellitenflotte „Telesat Lightspeed“. Von wem? Von Beyond Gravity Austria, vormals RUAG Space Austria.
An die Spitze navigiert
„Wir gelten als führender Anbieter von Navigationsempfängern für den Einsatz im Weltraum. Nahezu alle Umweltsatelliten der Europäischen Weltraumorganisation ESA setzen auf Navigationstechnologie des Unternehmens, genauso wie Umweltsatelliten der NASA oder weitere Erdbeobachtungssatelliten der USA oder Südkorea“, sagt Kurt Kober, Geschäftsführer von Beyond Gravity Austria, Österreichs größtem Raumfahrtzulieferer mit Sitz in Wien-Meidling.
Präzise bei vollem Speed
Satelliten müssen ihre Position, Geschwindigkeit und Zeit kontinuierlich und hochpräzise bestimmen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Die Navigationsempfänger von Beyond Gravity nutzen dafür Signale globaler Satellitennavigationssysteme wie GPS (USA) und Galileo (Europa). Die Empfänger berechnen daraus laufend die genaue Position des Satelliten im All. Je genauer die Position bekannt ist, desto präziser lassen sich auch die wissenschaftlichen Daten (etwa Umwelt- oder Klimadaten) auswerten, die von den Satelliten zur Erde übertragen werden.
„Die Herausforderungen im Weltraum sind enorm. Satelliten bewegen sich in der erdnahen Umlaufbahn mit Geschwindigkeiten von bis zu 25.000 Kilometern pro Stunde um die Erde“, veranschaulicht Kober. „Unsere Empfänger bestimmen dennoch ihre Position mit einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern. Gleichzeitig muss die Elektronik extremen Temperaturschwankungen, Vakuum und Strahlung über viele Jahre hinweg standhalten.“
Einsatzgebiet
Die Navigationsempfänger von Beyond Gravity kommen bei Satelliten von der niedrigen Erdumlaufbahn (etwa 1.000 km von der Erde) bis zur geostationären Erdumlaufbahn (in rund 36.000 km Höhe) zum Einsatz. Selbst bei geostationären Satelliten kann die Position auf etwa 20 m genau bestimmt werden.
Zuletzt erhielt das Unternehmen den Auftrag, für zwei NASA-Wettersatelliten hochpräzise Navigationsempfänger zu liefern. Ab 2032 sollen diese Satelliten für die US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) in einer Höhe von rund 36.000 km Daten über etwa Unwetter – Stichwort Hurrikan – und Klimaphänomene liefern.
Das Beste zum Schluss
Da alle weltraumgestützten Navigationsempfänger am österreichischen Standort von Beyond Gravity in Wien entwickelt und produziert werden beinhalten alle gesammelten Daten heimisches Know-how. (ed/hk)
Stargate Group erreicht im internationalen Eventex-Ranking Platz 4 und verbessert sich gegenüber 2024 deutlich
Die Stargate Group steigt im aktuellen Eventex-Index auf Platz 4 auf. 2024 hatte es die Wiener Agentur als erste österreichische Agentur nicht nur in die Top 100, sondern direkt auf