Von Innovation zur Wertschöpfung
© Christof Hütter
Robert Gfrerer, Geschäftsführer des Silicon Alps Clusters und Präsident der Silicon Europe Alliance, mit dem steirischen Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer (v.l.).
INDUSTRIAL TECHNOLOGY Redaktion 21.10.2026

Von Innovation zur Wertschöpfung

Die Ebscon 2026 stand thematisch ganz im Zeichen von „Crossroads – Europa am Wendepunkt“.

GRAZ/VILLACH. Europa steht bei Halbleitern, AI und strategischen Technologien an einem Wendepunkt. Die Ebscon – Electronic and Software Based Systems Conference – als Leitmesse der europäischen Halbleiter- und Elektronik-Industrie Anfang Oktober 2026 in Graz stand daher thematisch ganz im Zeichen von „Crossroads – Europa am Wendepunkt“.  Die zentrale Frage, wie schnell und mit welchen Maßnahmen Europa als Weltmarktführer bei Chips-Technologien aus Technologie-Kompetenz konkrete industrielle Stärke und Wertschöpfung ziehen kann, zog sich durch alle Panels, Diskussionen und besonders Keynotes. Letztere mit Hideki Chou (Leiter F&E Nanoimprint-Lithographie-Technologie bei Dai Nippon Printing Co., Ltd), Jonas Jütting (Referent für politische Angelegenheiten in der Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien der Europäischen Kommission) und Hermann Hauser (öst. Technologiepionier, Unternehmer und Investor).

Die Ebscon 2026, die zum zweiten Mal im Rahmen der Ebscon Week stattfand, brachte dabei verschiedene Ebenen zusammen: europäische Strategie, regionale Standortpolitik, Innovation, Start-ups sowie industrielle Umsetzung. Und mit einem neuen Besucherrekord bewies sie auch heuer wieder, dass sie ein europäischer Hot Spot ist: Erstmals nahmen mehr als 500 Teilnehmer aus 24 Ländern an der Ebscon Week in Graz und Klagenfurt teil.

Heurige Leitgedanken
Das Motto der Ebscon 2026, „decide.disrupt.deliver.“, beschreibt den Weg von der strategischen Entscheidung bis zur erfolgreichen Umsetzung. Europa entscheide heute über die Schlüsseltechnologien und Investitionen von morgen. Im Fokus: Halbleiter, Mikroelektronik, Künstliche Intelligenz sowie Electronic and Software-Based Systems (ESBS) als Fundament einer resilienten und wettbewerbsfähigen Industrie.
Die nächste Innovationswelle entstehe dort, wo neue Chiparchitekturen, KI, Sensorik, Edge Computing und intelligente Software zusammenwachsen. Europa verfüge über das Know-how und die Innovationskraft, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten. Der entscheidende Erfolgsfaktor sei die Umsetzung. Innovationen müssen schneller den Weg aus Forschung und Entwicklung in industrielle Anwendungen, neue Geschäftsmodelle und internationale Märkte finden.

Stimmen der Landespolitik
Der steirische Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer und der Kärntner Landeshauptmann Daniel Fellner betonten in ihren Eröffnungs-Statements die Einzigartigkeit der High-Tech-Area im Süden Österreichs, besonders Fellner: „Starke und innovative Unternehmen machen die Region zu einer führenden Plattform für Mikroelektronik, in der durch Zusammenarbeit gemeinsam Zukunft geschaffen wird“.
Ehrenhöfer zeigte sich ebenfalls überzeugt vom gemeinsamen südösterreichischen High-Tech-Raum: „Hier liegen starke industrielle und wissenschaftliche Kompetenzen eng beieinander. Wenn wir diese Potenziale gemeinsam weiterentwickeln, können unsere Unternehmen wachsen, neue Technologien entwickeln und internationale Märkte erschließen.“

„Schneller skalieren“
Robert Gfrerer, Geschäftsführer des Silicon Alps Clusters und Präsident der Silicon Europe Alliance, sieht Europa jedenfalls auf dem besten Weg zum Weltmarktführer und betonte: „Entscheidend ist nun, Innovation schneller zu skalieren, neue Märkte zu erschließen und industrielle Wertschöpfung in Europa zu sichern. Südösterreich kann dabei eine starke Rolle spielen, weil hier Kompetenzen aus Mikroelektronik, Automotive, Security, Leistungselek­tronik, Forschung und Industrie aufeinandertreffen.“ (hk)

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