WIEN. Europas Logistiknutzer blicken laut einer aktuellen Studie wieder stärker auf Wachstum. Erstmals seit 2023 sei der Anteil jener Unternehmen gestiegen, die ihre Logistikflächen in Europa erweitern wollen: 51 Prozent der befragten Unternehmen planen, ihren Flächenbestand in den kommenden drei Jahren auszubauen. Gleichzeitig könnte jenes Angebot knapp werden, das besonders gefragt ist: moderne, energieeffiziente und automatisierungsfähige Logistikimmobilien.
Das sind zentrale Ergebnisse des „European Logistics Occupier Survey 2026“ von CBRE und Analytiqa, für den 109 der größten europäischen Logistiknutzer befragt wurden. „Nach einer längeren Phase der Zurückhaltung sehen wir erstmals wieder positivere Expansionssignale. Die entscheidende Frage wird künftig sein, ob ausreichend moderne und zukunftsfähige Immobilien verfügbar sind“, sagt Daniel Pfeiffer, Head of Industrial & Logistics bei CBRE Österreich.
Unterschiede zwischen den Branchen
Besonders wachstumsbereit zeigen sich Post- und Paketdienstleister mit 75 Prozent, gefolgt von Third-Party-Logistics-Anbietern mit 68 Prozent und Onlinehändlern mit 54 Prozent. Zurückhaltender bleiben Omnichannel-Händler mit 35 sowie Produktionsunternehmen mit 34 Prozent.
Während die aggregierte Leerstandsquote europaweit zuletzt noch gestiegen sei, verzeichneten einzelne große Märkte bereits rückläufige Werte. Auch in der Metropolregion Wien sei die Leerstandsquote bei Logistikflächen der Klassen A und B erstmals seit mehreren Jahren gesunken und habe zur Jahresmitte bei 9,0 Prozent gelegen. Zudem öffne sich eine Schere zwischen modernen Immobilien und älteren Bestandsobjekten: Laut Studie müssten jährlich rund drei Prozent des europäischen Logistikbestands modernisiert oder ersetzt werden, umgerechnet rund zwölf Millionen Quadratmeter pro Jahr.
Auch die Neubautätigkeit sei zurückgegangen: In Österreich wurden im ersten Halbjahr 2026 nur rund 70.600 Quadratmeter neue Logistikflächen fertiggestellt, etwa halb so viel wie im Vorjahreszeitraum. „Ein hoher Leerstand bedeutet nicht automatisch ausreichendes Angebot. Entscheidend ist zunehmend die Qualität der verfügbaren Flächen“, so Pfeiffer abschließend. (red)