Studie zur Medienpräsenz: Wie Österreichs ATX-Unternehmen international wahrgenommen werden
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Bei der Prominenz der Konzernspitzen führte OMV-CEO Alfred Stern das Reichweitenranking an.
MARKETING & MEDIA Redaktion 07.08.2026

Studie zur Medienpräsenz: Wie Österreichs ATX-Unternehmen international wahrgenommen werden

Eine neue Medienresonanzanalyse untersucht die weltweite Präsenz der 20 ATX-Unternehmen sowie ihrer CEOs und zeigt deutliche Unterschiede bei Reichweite und Tonalität.

WIEN. Österreichs börsennotierte Unternehmen agieren längst auf internationalen Märkten. Eine neue internationale Medienresonanzanalyse untersucht die weltweite Berichterstattung über die 20 ATX-Unternehmen und ihre CEOs. Analysiert wurden dabei Medienpräsenz, Reichweite, Tonalität sowie die Themen, welche die internationale Wahrnehmung prägen.

Erste Group bei Reichweite vor OMV und AT&S
Die Auswertung zeigt deutliche Unterschiede in der internationalen Sichtbarkeit. Die Erste Group dominierte im zweiten Quartal 2026 die Medienpräsenz der ATX-Konzerne deutlich und erreichte mit 20.677 Artikeln eine Reichweite von über 4,2 Milliarden Kontakten. Getrieben wurde diese hohe und eher positive Berichterstattung (Tonalität: 3,79) vor allem durch das Rekord-Periodenergebnis von 879 Mio. € sowie die angekündigte Expansion nach Polen. Dahinter folgt die OMV mit 11.200 Artikeln und 3,87 Milliarden Kontakten. Die Tonalität fiel hier mit 2,36 eher negativ aus, was im Wesentlichen auf Spritpreisdebatten und Diskussionen, um das Gasfeld Neptun Deep zurückzuführen ist.

AT&S sicherte sich mit 7.403 Artikeln und einer Reichweite von 2,32 Milliarden Kontakten die durchwegs positivste Tonalität (4,40) im Feld. Haupttreiber dafür waren der globale KI-Boom rund um AMD-Substrate, der Ausbau des Standorts Kulim sowie die Aufnahme in den STOXX Europe 600. Die Raiffeisen Bank International (RBI) erzielte 9.126 Artikel und 2,24 Milliarden Kontakte bei einer ambivalenten Bewertung (3,17), geprägt durch den Bieterkampf um die Addiko Bank und den anhaltenden Russland-Komplex.

Die voestalpine verbuchte 7.058 Artikel und 1,68 Milliarden Kontakte (Tonalität: 3,60) dank Fortschritten bei großtechnischen Elektrolichtbogenöfen für grünen Stahl und neuen Luftfahrt-Aufträgen. Die BAWAG schließt die Betrachtung mit 4.093 Artikeln, einer Reichweite von 1,40 Milliarden Kontakten und einer neutral-ambivalenten Wahrnehmung (3,18) ab, wobei die geplante PTSB-Übernahme in Irland (1,62 Mrd. €) und Kritik an Kreditgebühren die Schlagzeilen dominierten.

Prominente Konzernspitzen
Der allgemeine Rekordlauf des ATX sorgte für breiten Gegenwind an den Märkten, wobei insbesondere AT&S durch den KI-Boom die beste Gesamtwahrnehmung aller untersuchten Werte erzielte. Zudem prägten internationale M&A-Aktivitäten die Narrativbildung: Neben der Erste Group in Polen und der BAWAG in Irland positionierten sich auch die VIG in Deutschland und Wienerberger in Serbien als aktive Konsolidierer. 

Auf der Risikoseite zog der stockende Russland-Ausstieg der RBI die stärkste internationale Kritik auf sich, während die OMV unter Konsumentenunmut bezüglich der Treibstoffpreise und Warnungen vor Gasengpässen litt. Operative Vorfälle wie ein Arbeitsunfall bei der voestalpine oder der Stellenabbau bei Lenzing führten zu punktuellen Dämpfern.

Bei der Prominenz der Konzernspitzen führte OMV-CEO Alfred Stern das Reichweitenranking mit 218,89 Millionen potenziellen Kontakten an, stark geprägt durch Krisenkommunikation und den anstehenden Wechsel zu Emma Delaney. Dahinter folgten Herbert Eibensteiner (voestalpine; 116,52 Mio.) und Michael Mertin (AT&S; 73,36 Mio.).

Übernahmen und geopolitische Faktoren als Treiber
Internationale Großakquisitionen prägen das Auslandsbild maßgeblich. Dazu zählen etwa der 7-Milliarden-Euro-Deal der Erste Group rund um die Santander Polska, die Aktivitäten der BAWAG in Irland (1,62 Milliarden Euro) sowie der Bieterkampf der RBI um Addiko. Während die RBI durch den Russland-Komplex medial gefordert bleibt, punkten Industrie- und Energieunternehmen wie voestalpine, OMV und Verbund mit Transformations- und Energiemodellen.

Zudem beeinflussen die Vorstandsvorsitzenden die Medialität. Peter Bosek (Erste Group) und Anas Abuzaakouk (BAWAG) stehen bei internationalen Wachstums- und Übernahmestrategien im Fokus. Alfred Stern (OMV) wird zu Energie- und Transformationsthemen wahrgenommen, während Attila Doğudan (DO & CO) durch internationale Großveranstaltungen wie die FIFA-Weltmeisterschaft und die Formel 1 hohe persönliche Präsenz erzielt.

Bedeutung für die internationale PR
„Wer international kommuniziert, aber nur national misst, navigiert blind“, sagt Jens Schmitz, Mitbegründer. „Die internationale Medienberichterstattung entscheidet heute maßgeblich darüber, wie Unternehmen wahrgenommen werden. Wer diese Perspektive nicht kennt, übersieht Chancen ebenso wie potenzielle Reputationsrisiken.“

Thomas Rybnicek, Managing Director für Österreich, ergänzt: „Kommunikation endet längst nicht mehr an Landesgrenzen. Für international tätige Unternehmen wird es immer wichtiger zu verstehen, welche Themen ihre Wahrnehmung in unterschiedlichen Märkten prägen – und wie sie ihre Reputation aktiv steuern können.“ (red)

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