Vom Mediahaus zum Wachstumspartner
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MARKETING & MEDIA Redaktion 05.06.2026

Vom Mediahaus zum Wachstumspartner

Andreas Vretscha, CEO von WPP Austria, war kürzlich zu Gast im medianet-Studioformat „agency log“.

•• Chris Radda/Elisabeth Schmoller-Schmidbauer

WPP ist eines der größten Werbe- und Kommunikationsnetzwerke der Welt. Unter dem Dach von WPP befinden sich zahlreiche Agenturen sowie Medien- und Kommunikationsfirmen. Die Marke WPP Media (früher GroupM) alleine bündelt bekannte Mediaagenturen wie Mindshare, Wavemaker oder EssenceMediacom und beschäftigt in Österreich mehr als 300 Mitarbeitende. Andreas Vretscha, CEO von WPP Media Austria GmbH, war kürzlich zu Gast im medianet-Studioformat „agency log“ und sprach mit Chris Radda über die neue Aufstellung der Kommunikations- und Mediaagenturgruppe, die Entwicklung der Mediaspendings 2026 und die konzernweite Marketing-KI WPP Open.

Ursprünglich von WPP als GroupM gegründet, wurde die Umbenennung zu WPP Media im Mai 2025 bekannt gegeben. Geändert habe sich dadurch seiner Meinung nach seither wenig, wie Andreas Vretscha sagt, allerdings: „Das Ganze steht unter dem Gesichtspunkt der Simplifizierung.“ Es sei „leichter und greifbarer, mit der Marke WPP in den Markt zu gehen“. Auf der einen Seite stehe WPP Media als Marke im Vordergrund, gleichzeitig gebe es operative Brands, die immer noch wichtig seien. Auch die Marktanteile haben sich laut Vretscha nicht verschoben. „Wenn man das letzte Jahrzehnt betrachtet – was eine relative große Zeitspanne für unseren Markt ist – haben sich die Marktanteile am Markt im Bereich Media nicht radikal verschoben.“ Einmal habe die eine, einmal die andere Gruppe mehr Anteile, die Positionen seien aber alles in allem stabil geblieben. Auch in wirtschaftlich verhalteneren Zeiten und Krisen sei die Teamstärke in Wien, je nach Kundenvolumen, relativ gleich geblieben. Gleichzeitig hat sich jedoch die Struktur des Unternehmens nach innen hin stark verändert, wie Vretscha erzählt: „Der Trend, den ich auch für gut erachte, im Media Bereich geht immer stärker in Richtung Beratung. Diese Disziplin hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugelegt und das spiegelt sich auch bei uns intern wider.“

Der Fokus auf die Beratung wurde also geschärft und Synergien genutzt, wo es möglich war.
KI-Innovation von WPP
Ein großer Wurf gelang dem Unternehmen jüngst durch die Entwicklung einer eigenen KI-Software mit dem Namen WPP Open. „Wie jede Branche muss sich auch unsere dieser Transformation durch KI stellen und da ist es von großem Vorteil Teil eines globalen Unternehmens zu sein, das die Möglichkeiten hat in diesen Bereich zu investieren“, meint Vretscha. „Damit profitieren wir als lokaler Markt auch massiv von diesen Entwicklungen.“ WPP Open ist eine KI-gestützte Marketingplattform von WPP, die Daten, Tools und Anwendungen in einer einheitlichen Umgebung bündelt, um Planung, Erstellung und Steuerung von Kampagnen effizienter zu machen. „Es ist das größte Large Marketing Model, das in diesem Ökosystem möglich ist und es ist schon sehr faszinierend damit zu arbeiten und zu sehen, wie sehr man sich mit KI verbessern kann“, so der WPP Austria-CEO. „Das ist schon großartig.“ WPP Open sei, so Vretscha, am Markt einzigartig: Die Plattform könne etwa Zielgruppen analysieren, Ideen testen, virtuelle Fokusgruppen simulieren und kreative Varianten generieren. „Allerdings muss man immer auch aller reflektiert machen“, betont Vretscha die wichtige Rolle des Menschen in diesem Prozess.

„Sind Wachstumsexperten“
Eine der spannendsten Transformationen der Branche derzeit sei laut Vretscha der „Growth Aspekt“: „Wir haben die Mittel zur Hand – und da ist KI ein guter Hebel dafür –, um Media als Investment zu generieren, um Business zu betreiben.“ Man sei mittlerweile nicht mehr nur eine Agenturgruppe sondern eine Kommunikationsgruppe, die auch kreativen Input liefern kann. „Das Geschäft wird immer integrativer und es findet eine Transformation von der Kommunikationsgruppe zu Wachstumsexperten statt.“ Dafür müsse man zuallererst das Geschäft des Kunden verstehen, wie Vretscha betont: „Egal ob ich das Consulting oder Growth Enabler nenne: Unsere Berater und Beraterinnen müssen auf jeden Fall das Business des Kunden verstehen, um dann maßgeschneiderte Ideen anzubieten.“ Das hochautomatisierte Umfeld helfe dabei Zeit frei zu schaufeln um die Partner bestmöglich zu verstehen.

„Ein Markt mit Zukunft“
In wirtschaftlich unsicheren Zeiten und politischen Krisen, die die Geschäftslage in Europa und Österreich beeinflussen, verfolgt WPP Austria einen pragmatischen Weg. „Da kann man natürlich lamentieren oder man kann sagen: Okay das muss ich jetzt managen“, so der WPP Austria-CEO. „Und unsere Strategie zählt sicher zu letzterer. Wir müssen das auch managen“ Trotz dieser Rahmenbedingungen, die nicht zu ändern sind, sei die Situation aber insgesamt zufriedenstellend. „In Summe ist der Kommunikationsmarkt durchaus herausfordernd. Er ist geprägt von starken Verschiebungen innerhalb des Kommunikationsmarktes“, meint Vretscha mit Blickt auf die aktuelle Wirtschaftslage, auch der Iran-Krieg würde sich auf die Lage auswirken – inwieweit, das bliebe noch abzuwarten. Dennoch: Die Marktlage sei derzeit besser als Schätzungen im vergangenen Jahr prognostiziert hätten. „In Summe ist es ein Markt mit viel Zukunft“, betont der WPP Austria-Chef optimistisch.

Das gesamte TV-Interview sehen Sie auf: tv.medianet.at

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