RETAIL
Bilanz vom ersten Einkaufssamstag: Eher moderat © Katharina Schiffl

Rainer Will, Handelsverband.

© Katharina Schiffl

Rainer Will, Handelsverband.

Redaktion 15.12.2020

Bilanz vom ersten Einkaufssamstag: Eher moderat

Wiener Innenstadt mit guten Umsätzen, Landeshauptstädte durchwachsen; Schlangenbildung aufgrund temporärer Probleme bei Kartenzahlung.

WIEN. Der vergangene Einkaufssamstag (12. Dezember 2020) verzeichnete keine überbordende Frequenz, wenngleich der Kundenandrang mit Fortlauf des Tages zugelegt hat. Die Menschen, die sich auf den Weg zu den Geschäften machten, kauften auch. Diese gezielten Käufe sind Resultat der fehlenden Gastronomie und damit reduzierter Aufenthaltsdauern sowie der Einhaltung der Pandemie-Vorschriften.

Umsatzentgang durch Ausfall von Kassenterminals
Dort, wo sich vor den Geschäften Schlangen – als Resultat der eingehaltenen Abstands- und Zutrittsregeln in den Geschäftsräumen – bildeten, lief alles ruhig und sicher ab, mit Mindestabständen und Schutzmasken. Das Sicherheitskonzept der Händler, das der Handelsverband während des harten Lockdowns der Bundesregierung vorgelegt hatte, hielt. Jedoch war es heute doppelt gefordert, als es rund zwei Stunden lang zwischen 12:00 und 14:00 Uhr zu einem breitflächigen Ausfall der Payment-Terminals in den Geschäftslokalen der Händler kam.

Vielfach haben Kunden die Geschäfte verlassen, da sie etwa bei kostspieligen Produkten wie Schmuck nicht ausreichend Barmittel eingesteckt hatten und auch die Kreditkartenzahlung zeitweise nicht funktionierte. Letztere wird von vielen Verbrauchern zurzeit häufig genutzt, da die Geldbeträge erst am Monatsende vom Konto abgebucht werden. Durch den knapp zweistündigen Ausfall der Kassenterminals entstand vielerorts ein hoher Schaden an diesem wichtigen Einkaufstag, der nur schwer wieder aufzuholen ist, so die betroffenen Händler. Die Probleme dürften auf eine Störung bei einem Internetprovider zurückzuführen sein; vorübergehend konnten dadurch Zahlungstransaktionen nicht korrekt abgewickelt worden.

Positive Bilanz für Sportartikel-, Deko- & Homeware-Händler
Grundsätzlich ist die Bilanz des Einkaufssamstags zumindest im Bereich Sportartikel sehr gut ausgefallen. Auch Spielwaren, Homeware-, Dekorations- und Weihnachtsartikel funktionierten sehr gut, Bekleidung und Mode bewegte sich umsatzmäßig leicht unter dem Vorjahresniveau.

Während aus der Wiener Innenstadt sehr gute Umsatzmeldungen beim Handelsverband eingingen, fällt die Bilanz in den Landeshauptstädten durchwachsen aus. Gastronomie und Hotellerie fehlen dem Handel weiterhin sehr, insbesondere in den Wintertourismus-Regionen in Tirol, Vorarlberg und Salzburg. Dennoch gilt: Der grundsätzlich positive Trend seit Freitag setzt sich fort.

"Wenn die nächsten Tage so weitergehen, dann wird eine leichte Beruhigung der kritischen Situation in der Handelsbranche eintreten. Wir hoffen, der Politik ist bewusst, dass für den Handel die Ausläufer des Weihnachtsgeschäfts bis Ende Jänner andauern. Allein Gutscheine machen ein gutes Drittel der Weihnachtsumsätze aus, sie werden zu 90 Prozent erst nach Silvester eingelöst", sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands.

Konsumklima eingetrübt, historischer Anstieg der Sparquote
Neben der fehlenden Gastronomie und den geschlossenen Hotels ist die Zurückhaltung mancher Verbraucher auch auf eine allgemeine Verunsicherung zurückzuführen. Das eingetrübte Konsumklima hat bereits zu einem massiven Anstieg der Sparquote auf mehr als 15% geführt. Laut Österreichischer Nationalbank (OeNB) haben die Österreicher im Corona-Jahr 2020 rund zwölf Mrd. € mehr gespart als noch im Vorjahr, obwohl die Einkommen in Summe um fünf Mrd. € gefallen sind.

"Konsum ist Psychologie. Erst wenn wir Verbraucher wieder einen gewissen Optimismus haben, gehen wir gern shoppen. Daher müssen wir wieder ein Klima der Zuversicht erzeugen. Etwa durch die Ausgabe von Österreich-Schecks – Gutscheine im Wert von 500 Euro, die im österreichischen Handel eingelöst werden können. Wir freuen uns über jeden Kunden, der seine Weihnachtsgeschenke in den heimischen Geschäften einkauft; man kauft damit nicht nur etwas für die Liebsten, man ist auch ein Arbeitsplatzsicherer", so Handelssprecher Rainer Will. (red)

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