Fairtrade: Bildung schafft Zukunft – im Klassenzimmer und in Anbauregionen
© Fairtrade Österreich / Safia El Maataoui 
RETAIL Redaktion 03.09.2026

Fairtrade: Bildung schafft Zukunft – im Klassenzimmer und in Anbauregionen

WIEN. Zum Schulstart rückt Fairtrade Österreich die Verbindung zwischen Bildung hierzulande und Zukunftschancen junger Menschen im Globalen Süden in den Mittelpunkt. Rund 100 Schulen in allen neun Bundesländern engagieren sich im Fairtrade-Schulprogramm. Sie erfüllen festgelegte Kriterien und verankern fairen Handel auf unterschiedliche Weise im Schulalltag. Im laufenden Jahr wurden bereits zwei Schulen neu in das Programm aufgenommen.

Für das neue Schuljahr stellt Fairtrade Österreich Unterrichtsmaterialien sowie ein Poster zum Selbstausdrucken für verschiedene Altersstufen bereit. Neue interaktive Quizformate ergänzen das Angebot. Im Unterricht beschäftigen sich die teilnehmenden Schulen unter anderem mit fairem Handel, globalen Lieferketten und nachhaltigem Konsum.

„Im Unterricht in Österreich können Schüler:innen lernen, was unsere Konsum- und Handelsentscheidungen für Menschen in anderen Teilen der Welt bedeuten. Gleichzeitig braucht es im Globalen Süden faire Einkommen, Zugang zu Wissen und echte Perspektiven für die nächste Generation. Beides gehört zusammen: Wissen schafft Bewusstsein – und Bildung eröffnet Chancen“, sagt Hartwig Kirner, Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich.

Perspektiven für die Landwirtschaft
Ein Beispiel für Bildungsangebote in Anbauregionen ist die honduranische Fairtrade-Kaffeekooperative Coaquil. Ihre kostenlose Cupping- und Barista-Schule „Chapola“ vermittelt Kindern von Kooperativenmitgliedern Wissen über Kaffeequalität und -verarbeitung. Darüber hinaus werden junge Mitglieder in Kaffeeanbau, Führung und Genossenschaftsarbeit ausgebildet.

Nach Angaben der Kooperative sind mehr als 70 Prozent des Vorstands mit jungen Menschen besetzt, der Kontrollrat sogar vollständig. Fairtrade-Programme setzen unter anderem auf Qualifikation, Mitbestimmung und klimaangepasste Landwirtschaft. Fairtrade Africa fördert unternehmerische Kompetenzen, Innovation und die Beteiligung der nächsten Generation an Entscheidungen in Produzentenorganisationen.
Auch der Zugang zu Bildung spielt bei der Prävention und Bekämpfung ausbeuterischer Kinder- und Zwangsarbeit eine Rolle. Für Fairtrade Österreich ist der Generationenwechsel in der Landwirtschaft entscheidend: Bei einem Durchschnittsalter von rund 55 Jahren unter Bauern geht es dabei auch um die Zukunft stabiler globaler Lieferketten. (red)

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