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Heimische Unternehmen blicken optimistischer in die Zukunft © APA Barbara Gindl
© APA Barbara Gindl

Redaktion 05.07.2021

Heimische Unternehmen blicken optimistischer in die Zukunft

Größere Unternehmen positiver eingestellt als kleine; Herausforderungen vor allem Fachkräftemangel, Lieferengpässe, Arbeitskosten und Energiepreise.

WIEN. Die heimischen Unternehmen blicken optimistischer in die Zukunft als im Vorjahr 2020. Das geht aus dem aktuellen Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer (WKÖ) hervor. Mittlere und große Unternehmen schätzen die Wirtschaftslage in Zukunft dabei besonders positiv ein, kleine Unternehmen sind noch zurückhaltender. Als Herausforderungen für die kommenden Jahre werden vor allem der Fachkräftemangel, Lieferengpässe sowie hohe Arbeitskosten und Energiepreise genannt.

Von den befragten Unternehmen gaben 42% an, das Vorkrisenniveau inzwischen wieder erreicht zu haben; dabei handelt es sich vorwiegend um mittlere und große Unternehmen. Bei den kleinen Unternehmen sind 32% wieder auf Vorkrisenniveau, 27% rechnen erst in den nächsten ein bis drei Jahren damit.

Für das kommende Jahr erwarten 44% der Unternehmen eine steigenden Auftragslage, weitere 31% gehen von einem gleichbleibenden Niveau aus. Mit Bick auf die Kapazitätsauslastung und die Umsatzentwicklung zeigen sich die Unternehmen ähnlich optimistisch. Mittlere und große Unternehmen profitieren stärker von der anziehenden Konjunktur als kleine Unternehmen und sind deshalb auch positiver eingestellt. Auch die exportierenden Unternehmen zeigen sich viel zuversichtlicher als im Vorjahr: 39% rechnen mit steigenden Umsätzen, rund die Hälfte geht von einer stabilen Entwicklung aus.

Trotz des guten Ausblicks der Unternehmen mahnt Christoph Schneider, Leiter der WKÖ-Wirtschaftspolitik, im Gespräch mit der APA zur Vorsicht bei der Rücknahme der Corona-Hilfen: "Die Krise ist noch nicht gegessen." Die Unternehmen seien finanziell derzeit mit einer "dreifachen Herausforderung" konfrontiert: Neben den laufende Kosten seien die krisenbedingten Schulden zu tilgen, zusätzlich müsse mit deutlich höheren Preisen für Energie, Rohstoffe und Vorleistungen umgegangen werden, die sich besonders im Handwerk, der Industrie und dem Handel auswirken.

Darüber hinaus wird der Fachkräftemangel von 75% der Unternehmen als größtes Risiko gesehen. Die Krise habe das Problem weiter verstärkt; außerdem nennen 55% der kleinen Unternehmen und 46% der mittleren und großen Unternehmen hohe Arbeitskosten als Belastung. Von Lieferengpässen sind vor allem große Unternehmen betroffen. Aufgrund dieser Herausforderungen rechnet der überwiegende Teil der Unternehmen auch mit einer deutlichen Erhöhung der Preise.

Mehr als ein Drittel der Unternehmen plant, ihr Investitionsvolumen im kommenden Jahr auszuweiten,
40% wollen das Level halten. Ein Fünftel rechnet mit einem sinkenden Investitionsvolumen. Auch hier sind kleine Unternehmen verhaltener als mittlere und große Unternehmen. Insgesamt ist der Anteil jener Unternehmen, die keine Investitionen planen, im Vergleich zum Jahresbeginn jedoch zurückgegangen. Hier sei die Bereitschaft grundsätzlich groß, es brauche jedoch günstigere Rahmenbedingungen, erklärte Scheider.

Die Beschäftigung wollen 57% der Unternehmen stabil halten, 28% planen einen Ausbau. Mit Entlassungen rechnen noch 12% der Unternehmen, vor einem halben Jahr waren es noch rund ein Viertel. (red)

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