Hitze als wirtschaftlicher Risikofaktor für die Gastronomie
© Culinarius Gruppe
Franz Bernthaler
RETAIL Redaktion 06.08.2026

Hitze als wirtschaftlicher Risikofaktor für die Gastronomie

Verändertes Konsumverhalten, steigende Energiekosten und Personalbelastungen zwingen die Branche zu neuen Geschäftsmodellen.

WIEN. Die österreichische Gastronomie steht nach Einschätzung der Culinarius Gruppe vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Hitzewellen, Homeoffice, Lieferservices und der anhaltende Fachkräftemangel verändern das Gästeverhalten und zwingen immer mehr Betriebe dazu, ihre Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken. Besonders zur Mittagszeit bleiben Tische leer, da viele Menschen das Büro oder die Wohnung meiden und Essen bestellen.

Sinkende Umsätze bei steigenden Kosten
Neben den Gästezahlen verändert sich auch das Konsumverhalten vor Ort. „Wir beobachten, dass Hitze das Konsumverhalten deutlich verändert. Die Gäste bestellen bewusst leichtere Speisen, verzichten häufiger auf mehrere Gänge und konsumieren insgesamt zurückhaltender. Für die Lokale bedeutet das: Der durchschnittliche Umsatz pro Gast sinkt“, erklärt Franz Bernthaler, Geschäftsführer der Culinarius Gruppe. Parallel dazu steigen die Kosten für Kühlung, Klimatisierung und Eisproduktion. Auch die Arbeitsbedingungen in Küchen und Außenbereichen verschärfen sich bei hohen Temperaturen weiter.

Anpassung der Öffnungszeiten und Angebote
Zukünftig werden laut Culinarius immer mehr Betriebe ihre Öffnungszeiten anpassen, das Mittagsangebot verkleinern oder Speisekarten verschlanken müssen. Beschattete Gastgärten und klimatisierte Innenräume gewinnen an Bedeutung. „Die Gastronomie des Jahres 2030 wird andere Öffnungszeiten haben als jene des Jahres 2020. Viele Betriebe werden mittags kürzer oder gar nicht mehr öffnen und ihr Geschäft stärker in die Abendstunden verlagern. Das verändert nicht nur den Tagesablauf, sondern auch den Personalbedarf und die gesamte wirtschaftliche Kalkulation“, so Bernthaler.

Forderung nach Untersuchungen
Die Culinarius Gruppe fordert daher eine österreichweite Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen von Hitzewellen auf Gastronomie und Tourismus. „Wir brauchen belastbare Daten und eine breite Diskussion darüber, wie Gastronomie und Tourismus mit dieser Entwicklung umgehen können. Die Betriebe dürfen mit den Folgen der zunehmenden Hitze nicht allein gelassen werden“, betont Bernthaler. (red)

culinarius.at

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