Harald Kräuter, Direktor für Technologie und Innovation, soll in seiner Funktion (vormals Direktor für Technik und Digitalisierung) bestätigt werden.
Die Landesdirektionen
Unter den Direktorinnen und Direktoren für die Landesstudios finden sich viele bekannte Gesichter. Lediglich vier neue Personen stehen auf der Liste: Auf die Kärntner Landesdirektorin Karin Bernhard, die in Pension geht, soll Martin Weberhofer folgen, in Salzburg wird Gerd Schneider (aktuell Chefredakteur des Landesstudios) vorgeschlagen, Waltraud Langer hatte sich nicht mehr beworben, wie sie bereits im Vorfeld mitgeteilt hat.
Als dritter neuer Name findet sich Julia Ortner auf der Liste: Sie soll in Vorarlberg auf Markus Klement folgen. Ortner ist seit 2024 Redaktionsleiterin von ORF.at. In der Steiermark soll Sigrid Hroch auf Gerhard Koch folgen, der sich nicht mehr beworben hatte. Weiterhin auf ihren Posten bleiben sollen Werner Herics (Burgenland), Alexander Hofer (Niederösterreich), Klaus Obereder (Oberösterreich), Esther Mitterstieler (Tirol) und Edgar Weinzettl (Wien).
Stiftungsräte mit Verfahren bisher "hochzufrieden"
Für den Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer und seinen Stellvertreter Gregor Schütze habe es sich um ein "professionelles Recruiting-Verfahren" gehandelt, mit dem man "hochzufrieden" sei, wie es auf Anfrage der APA seitens der Vorsitzenden des Gremiums heißt. Positiv hervorzuheben sei der "historisch höchste Frauenanteil im Kreis der vorgeschlagenen Direktor:innen und Landesdirektorinnen und Landesdirektoren".
Der Wahlvorschlag, über den am kommendern Dienstag, den 11. August im Stiftungsrat abgestimmt wird, beinhalte "durchgehend erfahrene, kompetente Frauen und Männer". Damit sieht man auch "alle Unkenrufer, die seit Monaten von einem 'politisch ausgepackelten Regierungspaket" sprechen" widerlegt. Der Stiftungsrat werde nun die Unterlagen prüfen und auf Basis der anstehenden Hearings seine Entscheidungen treffen.
Pig will mit Team in "gemeinsame starke ORF-Zukunft gehen"
Wie den der APA vorliegende Unterlagen zu entnehmen ist, gingen für die 13 Posten insgesamt 142 Bewerbungen von 105 Bewerberinnen und Bewerbern ein. Er sei "überzeugt, dass mit diesem rechtskonformen Auswahlprozess mit externer professioneller Begleitung die besten Köpfe für die ausgeschriebenen Funktionen vorgeschlagen wurden", heißt es seitens des designierten ORF-Generaldirektors Clemens Pig. Er würde sich "sehr freuen, mit diesem vorgeschlagenen Team" in "eine gemeinsame starke ORF-Zukunft zu gehen".
Die Erwartungen der Branche an die neue ORF-Führung
Unabhängig von den nun präsentierten Personalvorschlägen für die Dirketoren und Landesdirektoren hat die heimische Kommunikationsbrnache diverse Erwartungen an die neue ORF-Führung. Diesbezüglich hatte medinaet bereits anlässlich der Wahl von Clemens Pig zum neuen ORF Generaldirketor einen Rundruf in der Branche durchgeführt und sich umgehört, wie so die Wünsche sind; diese gelten nun vermutlich - unaghängig der Namen, die nun bekannt wurden - weiterhin als Maßstab für bzw. an die künftige ORF-Führung.
Im Zentrum steht die Rolle des ORF im dualen Mediensystem. Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), forderte etwa damals eine „Neukalibrierung“ und eine klare Fokussierung auf den öffentlich-rechtlichen Kernauftrag. Nur so lasse sich die Legitimität der öffentlichen Finanzierung sichern. Auch Corinna Drumm, Geschäftsführerin des Verbands Österreichischer Privatsender (VÖP), sah Handlungsbedarf und warnte vor Wettbewerbsverzerrungen durch die starke Marktposition des ORF. Eine Ausweitung kommerzieller Aktivitäten solle vermieden werden, vielmehr sei die angekündigte Reform zur Schärfung des Auftrags zu nutzen.
Auch die Digitalwirtschaft sah damals vor allem strategische Zukunftsorientierung, Innovationskraft und Dialogbereitschaft als zentrale Anforderungen. IAB-Präsident Hannes Wurzwallner verwies insbesondere auf die Bedeutung digitaler Angebote und die Ansprache junger Zielgruppen. Kritik kam zudem aus der Filmbranche: Produzentenverbände warnten im Zusammenhang mit möglichen Einsparungen vor negativen Auswirkungen auf das Programm und forderten langfristige Sicherungsmaßnahmen für den öffentlich-rechtlichen Auftrag. (red/apa)