••• Von Georg Sohler
Trotz eines Eigenmarkenanteils von bereits 40% im österreichischen Thunfischmarkt behauptet sich Rio Mare als klare Nummer eins im Segment. Fisch erfreut sich in Österreich großer Beliebtheit, aber der Selbstversorgungsgrad liegt trotz eines Pro-Kopf-Konsums von acht Kilogramm lediglich bei acht Prozent. Fisch wird demzufolge zu einem Großteil importiert. Besonders beliebt ist Thunfisch, der überwiegend in Dosen konsumiert wird. Das Unternehmen ist mit einem Marktanteil von 29,5% die Nummer eins in diesem Kernbereich. „Der österreichische Thunfischmarkt zeigt weiterhin eine stabile Wachstumsdynamik, was uns erfreut“, erklärt Jörg Grossauer, Country Manager von Bolton Austria, im Gespräch mit medianet – und belegt den positiven Trend mit Zahlen.
Hoher Handelsmarkenanteil
Der Markt stieg demnach nicht nur wertmäßig um 3,7% von 89,3 auf 92,6 Mio. €. Auch das Absatzvolumen hat um 6,8% zugenommen. Besonders erfreut zeigt sich Grossauer über das Kernsegment „Thunfisch in Olivenöl“:
Hier konnte das Unternehmen ein Wachstum von acht Prozent erzielen und damit deutlich stärker wachsen als der Gesamtmarkt in diesem Segment (+5,1%). Bei diesen Angaben beruft er sich auf das NielsenIQ Retail Measurement Service (Thunfisch in Dosen, MAT 12/2026, Umsatz in Euro, LH inkl. HL, Österreich).
Allerdings wird Thunfisch zunehmend als günstige Handelsmarke gekauft: Der Eigenmarkenanteil liegt bei 40,2%.
„Wir beobachten weiterhin eine starke Entwicklung der Eigenmarken“, so Grossauer. Zu seiner Freude – und zu jener weiterer Markenartikler – bedeutet dies aber nicht, dass etablierte Marken kein Interesse mehr hervorrufen. Die Konsumenten haben das Interesse an hätten Marken nicht verloren: „Ganz im Gegenteil: Hochwertige Produktqualität ist ihnen nach wie vor sehr wichtig.“ Hierbei sei auf die eingangs erwähnten Zahlen verwiesen.
Keine Experimente
Insgesamt sind im österreichischen Thunfischmarkt derzeit keine gravierenden Trendverschiebungen zu beobachten, führt er aus. Nach wie vor ist der Konservenfischmarkt von drei Entwicklungen geprägt: Nachfrage nach Convenience, Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit und der Trend zu proteinreicher Ernährung.
Konsumenten greifen seinen Angaben nach nicht nur zu hochwertigen, sondern auch zu schnell konsumierbaren Produkten und achten gleichzeitig stärker als noch vor wenigen Jahren auf nachhaltige Herkunft und Transparenz.
Erhoffte Entspannung
Indes ist das schwierige Marktumfeld zu betonen, in dem es Bolton Austria schafft, stabil zu wirtschaften und zu wachsen. Die internationalen Entwicklungen haben auf den europäischen Lebensmittelproduzenten erhebliche Auswirkungen.
Waren schon die vergangenen Jahre von Krisen geprägt, ist spätestens mit dem US-iranischen Krieg die Hoffnung auf Beruhigung auf den Märkten zunichte gemacht worden. Insbesondere die gestiegenen Treibstoffkosten belasten die Fangflotten erheblich und beeinflussen damit unmittelbar die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Thunfischproduktion.
„Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen wirken sich spürbar auf uns aus“, stellt Grossauer unmissverständlich klar. „Hinzu kommen die anhaltend hohen Energiepreise in Europa.“ Konkret: Da Rio Mare einen wesentlichen Teil seiner Produktion in Europa abwickelt, haben insbesondere die gestiegenen Gaspreise direkte Auswirkungen auf die Produktionskosten. Nichtsdestoweniger könne man sich bei Bolton über die Entwicklung freuen.
Neuerungen erwartet
Das Unternehmen bietet dabei eine breite Palette an Produkten an, die vom klassischen Thunfisch in Olivenöl oder natur über verschiedene Salatvarianten aus dem Ready-to-Eat-Bereich bis hin zu Thunfisch-Pesto oder verschiedenen Patés reichen. Aktuell steht bei Rio Mare kein konkreter Produktlaunch bevor. Man arbeitet aber intensiv an neuen Konzepten und Innovationen im Sortiment, sodass Konsumenten „im kommenden Jahr mit spannenden neuen Produkten von Rio Mare rechnen“ können – in verlässlicher Qualität, wie seit 1965.